Volksbetrug und die Kriegserklärungen

Nach dem Kamerad Eisenblatt sich mit der englischen Kriegserklärung an Deutschland auseinandergesetzt hat (ich berichtete), ziehen die Kollegen von Volksbetrug nach und nehmen sich gleich aller Kriegserklärungen an Deutschland an.

Natürlich handelt es sich mal wieder um einen Beitrag, der von einer anderen Internetseite übernommen wurde, das Original findet sich auf weltkrieg.cc.

Und natürlich dient der Artikel dem Versuch, das „Märchen“ von der deutschen Alleinschuld am Beginn des Zweiten Weltkriegs auszulöschen.

Dabei wird dann zunächst mal festgestellt, dass der Einmarsch der Deutschen in Polen dazu diente,

„[…]einerseits seine deutschen Bürger in Polen zu schützen, da dort vorher schon fünfzigtausend Deutsche in Konzentrationslager verschleppt und über 3.800 ermordet worden waren (Gerd Schmalbrock: Ihr Programm Nr. 121) und andererseits seinen berechtigten Forderungen Nachdruck zu verleihen, die sich als Nachteile aus dem Versailler Raubfriedensvertrag ergeben hatten. Außerdem ging es darum, der russischen Armee zuvorzukommen, die in erdrückender Übermacht sich auf einen Überfall Mitteleuropas vorbereitete, wie inzwischen durch die Bücher verschiedener Autoren, u.a. aus Rußland (z. B. Suworow, Viktor: Der Eisbrecher) ausreichend bewiesen wurde.“

Faszinierend, wie gut die Nazi-Propaganda bis heute funktioniert…

Die Vorgänge vor dem Einmarsch in Polen, die ich hier kurz skizziert habe, werden ausgeblendet.

Eigentlich wäre ja somit schon geklärt, dass die Deutschen gar nicht Schuld sind am Zweiten Weltkrieg, sondern die Polen und der Versailler Vertrag. Sicherheitshalber wird aber noch angeführt, dass den meisten Staaten, die sich im Zweiten Weltkrieg mit Deutschland im Krieg befanden, nicht Deutschland den Krieg erklärt hat, sondern diese aktiv wurden. Und nur dadurch wurde aus dem regionalen Konflikt ein Weltkrieg.

Dass die Kriegserklärungen der übrigen Staaten nur eine Reaktion auf die Handlungen Deutschlands darstellen, das verschweigen Revisionisten und Geschichtsfälscher natürlich!

Aber es kommt ja noch besser. Denn eine Kriegserklärung wird immer vergessen:

„Die Juden erklärten nämlich Deutschland, nicht den Nazis, bereits im März 1933 den Krieg. Das war die erste aller Kriegserklärungen überhaupt, und die erste von insgesamt drei jüdischen!“

Sowas. Warum ist das denn so unbekannt? Bestimmt, weil die „Systemmedien“ von den „Zionisten“ beherrscht werden, oder? Oder liegt es daran, dass es eine solche jüdische kriegserklärung nicht gibt? Der Autor des Artikels legt zumindest keine Beweise vor. Er erklärt auch nicht, wer da für „die Juden“ den Krieg erklärt haben soll. Einen israelischen (jüdischen) Staat gab es noch nicht. Ein religiöses Oberhaupt, vergleichbar mit dem Papst, gibt es im Judentum nicht. Wer also soll im Namen „der Juden“ den Krieg erklärt haben?

Hier wird die Thematik mit der angeblichen jüdischen Kriegserklärung sehr schön abgehandelt mit dem Ergebnis:

„Wer trotz alledem noch behaupten möchte, es hätte im März 1933 eine „jüdische Kriegserklärung“ gegeben, sollte zunächst den Text der Kriegserklärung selbst vorlegen können, denn der Zeitungsartikel im Daily Express war ja höchstens ein Bericht über eine Kriegserklärung.“

Generell scheint das Thema „jüdische Kriegserklärung“ unter Revisionisten nichts neues zu sein, es hat es auch schon bis in Wikipedia geschafft.

Schauen wir uns doch mal an, was der Autor noch für „Argumente“ hat.

„Der Leser möge sich doch nur einmal die Frage stellen, ob jemals im Laufe der menschlichen Geschichte einem einzigen Volk von über 50 Nationen der Krieg erklärt wurde, und dieses Volk anschließend für diese gegen es gerichteten Kriegserklärungen verantwortlich gemacht wurde. Zu jener Zeit gab es auf der ganzen Erde nur 60 Staaten! Bis heute (2010) liegt Deutschland mit den genannten 53 bzw. 54 Staaten der im Kriegszustand, denn Friedensverträge wurden ihm bis heute verweigert.“

Zum ersten Teil könnte man entgegnen, dass außerordentliche Situationen außerordentliche Maßnahmen erfordern. Dass 50 Staaten Deutschland den Krieg erklärt haben, ist für die Schuldfrage des Kriegsbeginns völlig ohne Belang, insbesondere wenn man betrachtet, dass als Beginn des Zweiten Weltkriegs allgemein der deutsche Überfall auf Polen am 01.09.1939 angesehen. Die Kriegserklärungen, die der Autor so fein säuberlich auflistet, sind alle nach diesem Datum erfolgt, viele sogar erst 1945.

Der zweite Teil ist schlicht falsch! Die Feindstaatenklausel der UN existiert zwar noch, sie ist jedoch obsolet! KEIN Staat befindet sich mit Deutschland im Kriegszustand. Dies erkennt man u.a. an diversen bi- und multilateralen Verträgen und an der Tatsache, dass Deutschland selbst UN-Mitglied ist.

Somit ist auch dies hier:

Dieser permanente Kriegszustand wird international durch die „Feindstaatenklausel” in der UN-Satzung aufrechterhalten, die es den Gegnern ermöglicht, bei kleinsten Anlässen von deutschem „Ungehorsam” mit ihren Truppen in Deutschland einzumarschieren.“

schnell als Schwachsinn enttarnt.

 

Natürlich weiß der Autor auch, wer hinter dem ganzen steckt und was die Beweggründe sind:

„Die Frage, wer alle diese Kriegserklärungen koordiniert hat, ist so gut wie beantwortet. Die Logen- und Ordensarchive können darüber sicherlich sehr gut Auskunft geben, wozu es gute Grundlagen bei Erich Ehlers in dem Buch “Freimaurer arbeiten für Roosevelt” und von E.C. Knuth “The Empire of the City” gibt. […] Eine Verschwörung oder ein massiver Antigermanismus liegt natürlich immer noch nicht vor! Das ist reiner Zufall – sagen die Fachleute!“

Wegen ihres „Antigermanismus“ haben sich also „Logen und Orden“ gegegen die Deutschen gerichtet und sind die wahren Drahtzieher hinter dem Beginn des Zweiten Weltkriegs. „Logen und Orden“? Nicht die „Zionisten“? Oder ist das bei dem Autor gleichzusetzen?

Natürlich darf im Pamphlet nicht die Lüge von der fehlenden Souveränität Deutschlands fehlen:

„Dieser Rechtszustand bewirkt natürlich, daß Deutschland nur eine Teil-Souveränität besitzt. Sämtliche Regierungen nach 1945 sind somit als Marionettenregierungen der Alliierten anzusehen, was die politischen Tatsachen ja auch ausreichend beweisen“

Da stört es nicht, dass der Autor sich selbst widerspricht, wenn er später schreibt:

„Wie es China über einhundert Jahre lang ergangen ist, kann jeder bei E. C. Knuth in “The Empire of the City” nachlesen: P. 14: “China, Russia, the United States and Germany are in order the most populous independent nations in the world, and therefore represent the most dynamic and most dangerous competition of the British Empire.“

Deutschland ist also independent, also unabhängig, aber nicht souverän… in seiner Welt ist das wahrscheinlich logisch…

Auf den ersten Blick erscheint es, der Autor habe zwischendrin mal einen lichten Moment, denn er schreibt etwas, was ich sofort unterschreiben würde:

„Wer aus den Erfahrungen der Vergangenheit nichts lernt, verspielt seine und seiner Kinder Zukunft!“

Nur leider meint er mit den „Erfahrungen der Vergangenheit“ nicht die Realität, sondern seine revisionistischen Lügen.

Trotzdem will ich so nett sein, dem Autor eine Frage zu beantworten:

„Was passiert wohl, wenn die Fundamentalisten unter den Asylanten und Gastarbeitern eines Feindlandes die Armeen ihres Landes unter Berufung auf die „Feindstaatenklausel” der UN gegen sogenannte „ausländerfeindliche” Deutsche zu Hilfe rufen?“

Vermutlich wird die Reaktion vergleichbar sein mit der, wie der Internationale Strafgerichtshof in den Haag, diverse Bootschaften und die Militärgerichte der Allierten auf die dort ständig eintrudelnden Anzeigen der Reichsdeppen reagieren. Man wird sich drüber amüsieren, vielleicht wundern und das ganze nicht weiter beachten.

 

So, nachdem der Autor also klar gestellt hat, dass nicht Deutschland die Schuld am Kriegsbeginn trifft, sondern die Polen, der Versailler Vertrag, die Juden und die Logen und Orden, kann man sich dem nächsten Lieblingsthema der Revisionisten annehmen: Der Reinwaschung der deutschen Wehrmacht vom Vorwurf der Kriegsverbrechen.

Hierfür wird erstmal der Begriff „Krieg“ neu definiert. Eine bisher gängige Definition (aus Wikipedia) lautet:

„Krieg ist ein organisierter und unter Einsatz erheblicher Mittel mit Waffen und Gewalt ausgetragener Konflikt, an dem mehrere planmäßig vorgehende Kollektive beteiligt sind.“

Beim Autor heißt es aber:

“ Als Krieg wird normalerweise ein Kampf zwischen zwei gleich oder ähnlich starken Gegnern verstanden.“

Die Voraussetzung der „Chancengleichheit“ ist mir dabei völlig neu. Nach dieser Definition dürften wohl die meisten bisher als „Krieg“ bezeichneten Konflikte keine Kriege gewesen sein.

Wir dürfen hierbei aber nicht vergessen, dass dieser neuen Definition eine klare Absicht zu Grunde liegt. Diese offenbart sich etwas später, wenn es heißt:

„Wenn aber eine Übermacht-Armee von 54 Staaten ein einziges Volk ins Grab bringen will, hat diese Armee dann noch Anspruch auf einen fairen Kampf? Kann man angesichts einer solchen Übermacht noch verlangen, daß irgendwelche ethischen Gesetze geachtet werden? Wer solches bezüglich der obigen Situation verlangt, dem ist wirklich jedes gesunde Urteilsvermögen über menschliche Probleme abzusprechen.“

Was soviel heißen soll wie: Das war ja total unfair, 54 gegen einen. Dann darf der eine gegen jedes Völker- und Kriegsrecht verstoßen und ist nicht mehr an moralische Maßstäbe gebunden!

Die Verbündeten Deutschlands werden hier  mal einfach ignoriert und die Alliierten um 4 Staaten erweitert. 54 gg. 1 klingt halt auch besser, als 50 gg. 12.

Davon abgesehen, ist die Argumentation, die Armee eines kräftemäßig deutlich unterlegenen Staates dürfte ungestraft Kriegsverbrechen begehen, auch ansonsten ziemlich daneben.

 

Hatte ich mich weiter oben noch gewundert, dass die „Logen und Orden“ die Schuldigen sind, nicht „die Juden“, so kommt zum Ende hin der obligatorische Antisemitismus doch noch zum Vorschein:

„Zum Anwachsen der UNO von 60 auf über 190 Staaten seit 1945 gibt es bei Rudolf Steiner einen interessanten Hinweis aus dem Jahre 1918: Rudolf Steiner: Die soziale Grundforderung unserer Zeit. In geänderter Zeitlage GA 186 / Vortrag Dornach 29.11.1918:S. 121: „Und der gegenwärtige Ruf nach einer Gliederung der Menschen in lauter einzelne Völker ist der ahrimanisch zurückgebliebene Ruf nach der Begründung einer solchen Kultur, wo alle Völker nur Volkskulturen, das heißt alttestamentliche Kulturen darstellen. Dem jüdischen alttestamentlichen Volke ähnlich werden sollen die Völker über die Erde hin – das ist der Ruf von Woodrow Wilson.” „

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Eine Antwort zu Volksbetrug und die Kriegserklärungen

  1. Met schreibt:

    Zu dem Thema gibt es mehr Inormation auf der Seite Deutscher-Freiheitskampf.com – gockelt’s mal :“-)

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