Wie wird man Reichsdepp?

Vielleicht hat sich mancher gefragt, was mit einem Menschen passieren muss, damit er Reichsdepp wird (oder Anhänger einer anderen mehr oder weniger abstrusen Verschwörungstheorie).

Abgesehen von denen, die aus Narzissmus oder Profitgier an der Spitze der Bewegungen stehen, habe ich bezüglich der „Mitläufer“ heute bei Tobias Sommer einen interessanten Beitrag eines Lesers gefunden, der ein bisschen als Erklärung dienen kann:

„Ich bin nun fast 50 Jahre alt. Habe mir irgendwann vor einigen Jahren eine Unverträglichkeit auf künstliche Duftstoffe zugezogen und habe die Büchse der Pandorra geöffnet, als ich mir einen I-netzugang habe legen lassen. Das war vor ungefähr 2 Jahren.
Ich fing an im Netz zu recherchieren, um eine Lösung für meine gesundheitlichen Probleme zu finden.
Dann kam eins zum anderen und ich musste herausfinden, daß ich mein ganzes Leben lang belogen, betrogen und absichtlich in Dummheit und Unwissen gehalten wurde und sah mich einer unglaublichen gigantischen Verschwörung gegenüber, die alles mir bis dahin Vorstellbare sprengte.
Von diesem Schock habe ich mich immer noch nicht richtig erholt. Ich habe ungefähr 1 Jahr lang täglich bis zu 18 Stunden im Netz zugebracht und bin bei meiner Odyssee auf amerikanischen Patentseiten gelandet, Gesetzestexten und auch eben vielen Videos bezüglich Pharmamafia, Geldmafia, Chemtrail-Haarp, militärisch-industrieller Komplex, Mindcontrol, Mikrowellen, Geschichtslügen bezüglich unserer bzw. der Vergangenheit unserer Großväter, bis zu Aliens, die angeblich alles hier lenken sollen.
Und jetzt mal im Ernst: Mittlerweile halte ich es nicht mehr für unmöglich, daß wir hier von Extraterroristrischen regiert werden.
Das, was hier auf der Welt mit den Menschen und der Natur angestellt wird, läßt sich mit einem einigermaßen funktionierenden gesunden Menschenverstand nicht mehr erklären.“

 

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6 Antworten zu Wie wird man Reichsdepp?

  1. Waldemar Pabst schreibt:

    Extraterroristrische ist voll gut.

  2. Wilki schreibt:

    Dieser Leser hat, wie seine Brüder und Schwestern im Geiste, vergessen die angeblich neuen Erkenntnisse ebenso zu hinterfragen, wie das Bestehende. Nach zwei Jahren dürfte er soweit involviert sein, dass er alles glaubt, wenn es nur richtig verpackt ist und seinem neuen Bild der Welt entspricht. Selektiert wird nicht nach objektiven Gesichtspunkten, sondern man bedient sich nur noch da, wo eine der vielen Verschwörungstheorien bestätigt und bekräftigt werden. Ich stell mir das immer als Puzzle vor. Da gibt es auf der einen Seite sehr viele leere Stellen mit fehlenden Teilen und auf der anderen Seite viele Puzzleteile die offensichtlich nicht zusammenpassen. Doch der Erwachte steht daneben und bewundert das in seinen Augen perfekt zusammengesetzte Werk.

  3. vulturecorp schreibt:

    Da müssen wahrscheinlich, letztendlich, viele Faktoren zusammenkommen, die das begünstigen.
    Man ist dazu geneigt, “das” (bzw. manche VT generell) zu glauben, wenn man wahrscheinlich etwas zu viel Zeit hat, oder bewusst oder unbewusst meint dann einen Sündenbock für eigene oder generelle Probleme zu haben. Manchmal zählt auch einfach das Flair und die Präsentation bei der Vermittlung. Kurzfristig ging mir das ähnlich, aber auch nur oberflächlich. Man hat aber auf lange Sicht wirklich nichts davon.
    Die Ironie in der “Szene” ist, dass es ständig und gebetsmühlenartig “Glaube nicht alles” heißt, während man aber von denen alles frisst oder erwartet wird, alles zu fressen.

  4. TOFKAS01 schreibt:

    “bewusst oder unbewusst meint dann einen Sündenbock für eigene oder generelle Probleme zu haben”
    Das ist nicht nur eine der Gründe für Verschwörungstheorien, das ist auch eine Säule jedweder Gewalt-Ideologie. Bei manchen menschen kommt da natürlich auch noch der Thrill dazu angeblich “geheimes Wissen” kennenzulernen. Wobei das alles meistens nur das Resultat eines intellektuellen Defizits ist, wenn man auf Sprüche eines Axel Stoll, Eisenblatts oder wersonstso reinfällt. Am Ende will dann nur noch das selbstzusammengereimte Weltbild gefüttert werden

  5. Fabian schreibt:

    Hallo, ich würde den Leserbeitrag gerne als Status auf Facebook verwenden. Der 1. April ist zwar vorbei, aber ich habe die Befürchtung dass ich dafür eine ganze Menge Zustimmung erhalten werde.

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