Eisenblatt, das Porto und die Kriegsgefangenen

Ich hatte ja hier bereits den Blödsinn von dem kaiserlichen Briefporto von 4 Cent widerlegt.

Und in meinem Nachtrag hatte ich ja auch schon Eisenblatts neuesten „Geistesblitz“ angekündigt.

Denn wenn so ein Reichsdepp einmal einen Vertrag in den Händen hält, den er nicht versteht, dann wird solange ruminterpretiert, bis er perfekt ins Weltbild passt. Und wenn dann (vermeintlich) noch eine Ersparnis herausspringt, dann sind die notorisch klammen Reichsbürger sofort Feuer und Flamme.

Und so hat Eisenblatt entdeckt, dass Kriegsgefangenenpost in den Mitgliedsländern des Weltpostvereins kostenlos transportiert wird. Also hat er mal einen Brief mit der entsprechenden Aufschrift versehen und abgeschickt. Und der wurde befördert. Und das ist natürlich ein unwiderlegbarer Beweis für die Behauptung, die BRD sei nur die Lagerverwaltung des Kriegsgefangenenlagers „Deutschland“…

Ja, richtig gelesen. Die Deppen meinen tatsächlich, alle Deutschen seien Kriegsgefangene.

Mal abgesehen davon, dass es langsam unübersichtlich wird, was denn die BRD (BRiD, BRvD) denn jetzt aus Sicht der Reichsdeppen und Staatsleugner ist: Firma? Verwaltung eines Wirtschaftsgebiets? NGO? Treuhandverwaltung? Oder jetzt Kriegsgefangenenlager?

Wer hat denn den Deppen den Floh ins Ohr gesetzt, alle Menschen in einem besetzten Land (natürlich ist Deutschland nicht besetzt) seien Kriegsgefangene?

Ich zitiere mal Wikipedia:

„[…] Um als Kriegsgefangener zu gelten, muss die betroffene Person laut den Genfer Konventionen ein offizieller Beteiligter an einem Konflikt sein oder Mitglied einer militärischen Befehlsstruktur und als solches erkennbar sein. Dazu zählen auch Personen, die keine Militärpersonen, aber für die Streitkräfte tätig sind (siehe auch Militärdienstleister). […] Wichtig für Annahme des Kriegsgefangenenstatus ist das Tragen einer Uniform oder von Erkennungszeichen, welche die Person als Beteiligten zu erkennen geben. Wenn Beteiligte nicht unterscheidbar von Zivilisten sind, ihre Waffen verdeckt oder feindliche Uniformen tragen, verlieren sie diesen Status. […]“

Weder gibt es in Deutschland Kriegsgefangene, noch gibt es deutsche Kriegsgefangene im Ausland. Verwirrt hat die Deppen offensichtlich ein Artikel der „Westfalenpost“ aus 2008, den einer der Staatsleugner im Rahmen der „Briefporto-4-Cent“-Kampagne ausgegraben hat. In dem Artikel aus 2008 steht, dass auch heute noch (sehr selten) Kriegsgefangenenpost versandt wird. Denn offensichtlich zählt auch Post über den Verbleib von Kriegsgefangenen darunter. Und folglich werden Briefe der entsprechenden Organisationen an Angehörige verstorbener Kriegsgefangener kostenlos befördert. Das ist schon alles. Aber Eisenblatt meint natürlich wieder einen Beweis für seine abstrusen Lügen gefunden zu haben. Wie gesagt: Dümmer geht immer…

Nachtrag vom 23.05.2014

Eisenblatt, das Briefporto und die Urteile

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31 Antworten zu Eisenblatt, das Porto und die Kriegsgefangenen

  1. Pingback: Die Reichsdeppen und das Briefporto | Eisenfraß: ironleafs und andere "Volksbetrüger"

  2. Marc schreibt:

    wo ist das problem?

  3. vulturecorp schreibt:

    Die Leute in der “Szene” reden und drehen sich die Welt (für sich) natürlich immer schön bzw. verschwörerisch. Wenn Post unterfrankiert (oder sonst wie “falsch”) ohne Konsequenzen durchkommt: Glück gehabt. Die “drüben” angewandten Argumentationen hinken deutlich, eine Antwort von beispielsweise DHL wurde hier ja schon zum Nachlesen und als Referenz im Blog genannt.
    Eigentlich eine Schande. Wieso? Da steckt da schon eine gewisse Energie und Vehemenz dahinter, die einen verwundert. Diese Energie, diesen Aufwand und diese Kraft könnte man anderweitig viel besser nutzen. Stattdessen verpufft sie in mentalem Durchfall und den damit verbundenen zu Text oder sonst wie erbrachten Ergüssen.
    Sie verpufft ggf. nicht nur, sie kann sogar Schaden anrichten und bereitet anderen Leuten zusätzlichen Aufwand (die, die sich damit rumschlagen müssen), Frust oder auch sonstige rechtliche und finanzielle Einbußen (die, die da selbst mitziehen, dran glauben, etc.), aber jedem das seine.

    • berndbrinkmann schreibt:

      Eine Schande ist es, dass alle Leute direkt als spinnende Reichsideologen hingestellt werden, die auch nur den kleinsten Verdacht äußern, Deutschland sei noch besetzt und kein souveränes Land (Glück gehabt Herr Schäuble, Glück gehabt Herr Gysi).

      Wie wäre es denn, wenn man sich mal offiziell damit beschäftigen würde und den Sachverhalt auch aufklären würde, sich bspw. mal an einen Tisch setzten würde mit Vertretern dieser Bewegungen ?! Nee, mit den Kindern spielen wir nicht, die sind bah……..
      Das tut man nicht, also verständlich dass die Preußen am Rad drehen, wieso wird dadrüber nicht aufgeklärt?

      • Eisenfresser schreibt:

        Haben Sie diesen Blog gelesen? Ich kläre doch auf. Lesen sie das Buch „Vorwärts in die Vergangenheit“! Und ich bezeichne keinen als Spinner, der einen Verdacht äußert. Wer aber Lügen und widerlegte Behauptungen wie Fakten sieht, bei dem stimmt was nicht…

      • kairo schreibt:

        “Wie wäre es denn, wenn man sich mal offiziell damit beschäftigen würde und den Sachverhalt auch aufklären würde, sich bspw. mal an einen Tisch setzten würde mit Vertretern dieser Bewegungen ?! ”
        Mit Leuten, die nicht in der Lage sind, einen Text oberhalb von BILD-Niveau zu lesen, hat das gar keinen Zweck. Zugegegen, der Weltpostvertrag ist nicht ganz einfach, aber mit ein wenig Mühe schafft man das schon.

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  5. Pingback: Klartext: Wie blöd muss man sein, um die Lüge von den 4 Cent als Porto zu glauben? | Eisenfraß: ironleafs und andere "Volksbetrüger"

  6. Thom schreibt:

    Das geile ist, das sogar die gesteuerte Blöd Mainstream Zeitung inzwischen darüber berichtet. Habs übrigens selbst probiert und funktionuckelt genial. Wozu mehr zahlen? Mehr ist die olle Post eh nich wert. Amen, habe fertich.

  7. Jockel schreibt:

    Haager Landkriegsordnung
    vom 18.Oktober 1907 (RGBL. 1910 S. 107)
    Art. 16 (Portofreiheit von Postsendungen)
    Die Auskunftstellen genießen Portofreiheit.
    Briefe, Postanweisungen, Geldsendungen
    und Postpakete, die für die Kriegsgefange-
    nen bestimmt sind oder von ihnen abge-
    sandt werden, sind sowohl im Lande der
    Aufgabe, als auch im Bestimmungsland
    und in den Zwischenländern von allen
    Postgebühren befreit. Die als Liebesgaben
    und Beihilfen für Kriegsgefangene be-
    stimmten Gegenstände sind von allen Ein-
    gangszöllen und anderen Gebühren sowie
    von den Frachtkosten auf Staatseisenbah-
    nen befreit.

  8. gnaddrig schreibt:

    Auf News Top-Aktuell wird die Geschichte von der gebührenfreien Kriegsgefangenenpost nochmal aufgewärmt: Post ist gebührenfrei zuzustellen. Da ist alles drin, was an Unsinn zum Thema gehört, einschließlich Briefwechsel mit der Deutschen Post AG und einschlägigen Zitaten aus der Haager Landkriegsordnung und dem Weltpostvertrag.

    • Eisenfresser schreibt:

      Aua… das tut schon weh…

      • gnaddrig schreibt:

        Immerhin ist es jetzt amtlich: Eisenfraß ist eine „Propgandalügner- und/oder sonstige Müllseite“, bei den Aufgewachten völlig non grata.

      • Eisenfresser schreibt:

        Da ich ja nicht kommentieren darf, hab ich halt nen Beitrag draus gemacht…

      • gnaddrig schreibt:

        Das ist dann eine Spielart des Streisand-Effekts, auch wenn das dort kaum wer mitkriegen wird, weil die ja sicher keine „Propagandalügner- und sonstige Müllseiten“ lesen.

    • kairo schreibt:

      Besonders niedlich ist die Aufschrift „Prisonnier du courrier de guerre“. Das bedeutet „Gefangener der Kriegspost“.

      Kein Wunder, dass das als Grund für ermäßigtes oder verweigertes Porto nicht anerkannt wird.

      • Eisenfresser schreibt:

        Die beherrschen ja ihre Muttersprache nicht, wie sollen sie dann Besatzersprachen können?

      • gnaddrig schreibt:

        Aber abschreiben sollte man schon können, oder? Ich meine, der Spruch mit der Kriegsgefangenenpost steht doch sicher irgendwo korrekt, im Weltpostvertrag oder sonstwo. Den nicht korrekt copypasten zu können hat wirklich Klasse.

      • Eisenfresser schreibt:

        Das ist das Problem! Den Weltpostvertrag liest ja keiner mehr. Die schreiben den Stuss „richtig“ ab – von anderen Reichsideologenseiten. Irgendwer hat mal den Fehler gemacht. Und da die aufgewachten Aufklärer nur Systemmedien hinterfragen und nie selbst recherchieren, wird der Fehler mit dem anderen Blödsinn munter weiter kopiert. ..

      • gnaddrig schreibt:

        Da könnte man sicher sehr schön Verbreitungswege der verschiedenen falsch abgeschriebenen Versionen verfolgen. Welche Version taucht wann wo zum ersten Mal auf, wer hat sie als nächstes gebracht. Am Ende könnte ein hübsches Flussdiagramm stehen.

    • John schreibt:

      Wenn man selber keine Argumente hat, darf man auch der anderen Seite nicht gestatten, seine Argumente vorzubringen…

      Für mich stellt sich in diesem Zusammenhang regelmäßig folgende Frage:
      Wenn zugunsten der Reichsideologen Art. 16 HLKO gilt, gelten dann auch andere Art.?
      Wie z.B. Art. 6 HLKO in dem geregelt ist, dass Kriegsgefangene u.a. entsprechend ihrer Fähigkeiten als Arbeiter verwendet werden dürfen?
      Oder Art. 8 HLKO, der es zulässt jede Unbotmäßigkeit mit der erforderlichen Strenge zu bestrafen?

      • gnaddrig schreibt:

        … darf man auch der anderen Seite nicht gestatten, seine Argumente vorzubringen…

        Absolut. Mit so einer hübschen Sperrliste kann man sich die ganzen lästigen Querschüsse auch sehr schön aus den Kommentaren halten. Dann bleiben nur noch Kommentare à la [xy] hat dies auf [yz] rebloggt</i und jagenauendlichsachtmawerwiesis übrig. Ist viel kuscheliger so…

  9. Rico Handta schreibt:

    Guten Tag,
    von Zeit zu Zeit blicke ich auf diese Seiten und meistens bewundere ich die Geduld:
    Ich beschäftige mich jetzt seit einem guten Jahr mit dem Phänomen Staatsleugner und all dem damit verbundenen Gewäsch. Es fordert mich als Staatsbürger diesen penetranten Volksverdummern entgegenzutreten und irgendwann wollte ich die Geduld verlieren. Doch mittlerweile sehe ich es entspannt, mit einem kommödiantischen Faktor.
    Vielen Dank in diesem Zusammenhang für die Übersetzung des kruden Französisch „Prisonnier du courrier de guerre“. Ich habe die Staatsleugner bis jetzt immer damit konfrontiert, dass auf ihren Briefen in Englisch „Non Domestic F.R.G“ vermerkt ist, wo doch die Vertragssprache des Weltpostvertrages Französisch war. Also habe ich schon den nächsten Pfeil im Köcher… der „Reichsbürger“ ist ja an sich etwas langsam.
    Den Verweis auf die weniger netten Regelungen der Haager Landkriegsordnung (HKL) habe ich auch schon mal in meiner Argumentation angewandt und war baff erstaunt, dass ja gerade diese Regelungen die Existenz von Hartz IV rechtfertigt (!), obwohl kein deutscher Staatsbürger mittlerweile mehr zu Zwangsdiensten herangezogen wird.

    Vielen Dank auch für den Verweis auf die Seiten von „newstopaktuell“. Beim Lesen der Kommentare bekam ich Muskelkater vom Lachen. Diesen hier muss ich mir aufheben:
    „Genau genommen haben wir keinen Waffenstillstand sondern befinden uns immer noch im Krieg.
    Kapituliert hat damals nicht Deutschland, wie gern behauptet wird, sondern das Oberkommando der Wehrmacht.
    Dem OKW unterstanden aber nicht die SS und der Volkssturm. Diese beiden Formationen haben niemals komplett kapituliert (einzelne Verbände daraus schon). Deswegen wahrscheinlich auch die Feindstaatenklausel etc. … die haben noch gar nicht gewonnen ;-)“
    Da haben wir doch endlich mal eine verlässliche Erklärung für diesen ganzen geistigen Dünnschiss. Die Bundesrepublik ist nur deshalb GmbH, weil man auf die Wiederauferstehung des Führers wartet. Bei Jesus hat das damals 2 Tage gedauert – mich deucht, beim Messias aus Braunau wird das nix mehr…
    Ich wollte eine Rückmeldung von den Machern dieser Side haben – immerhin kann man doch diese omnipotente Erkenntnis der Welt nicht vorenthalten: Keine Erklärung. Beim Lesen anderer Posts wurde mir dann bewusst, dass man bei „newstopaktuell“ auf Fakten und knallhart recherchierte Erkenntnisse setzt und deswegen simple „Meinungsmache“ hier gar nicht in Frage kommt.
    Ich warte leider immer noch auf die Quellenachweise…

    Gibt es einen besseren Beweis für die Verfassungsrealität der Bundesrepublik Deutschland als diese, das Jeder, wirklich Jeder, das Recht hat, seine Meinung in Wort, Bild und anderen Formen zu veröffentlichen um damit seiner Umwelt gehörig auf den Sack zu gehen?
    Ich bin es langsam Leid, dass diese geistigen Tiefflieger einen auf Verfassungsrechtler und Experten für neuere Geschichte machen, mir irgendwas erklären was nach jedem Komma förmlich nach einer Zwangseinweisung schreit. Für dererlei Aufmerksamkeitsheicherei gibt es Menschen, die dafür bezahlt werden. Diese geben dann auch rechtliche Beratung, psychologische Ratschläge oder zwischenmenschliche Wärme.

    Ich entschuldige mich für meine Emotionalität.

    Mit besten Grüßen
    Rico Handta

    • kairo schreibt:

      An dem „Argument“, die SS habe nicht kapituliert, merkt man doch sofort, um welche Ecke diese Leute kommen. Noch dazu stimmt es nicht. Die Waffen-SS unterstand sehr wohl dem OKW und war daher in der Kapitulation eingeschlossen. Die Allgemeine SS brauchte nicht zu kapitulieren, denn sie hatte keinen Kombattantenstatus, der Volkssturm natürlich erst recht nicht (die Polizei auch nicht).

      • Rico Handta schreibt:

        Lieber Kairo,
        genau das ist es ja, was mich so in Harnisch bringt. Da wird irgendwas behauptet, weil man einfach nicht versteht, was in den Quellen steht oder weil man einfach zu faul ist, die Zusammenhänge zu recherchieren. Und das, obwohl es so einfach ist: Ich muss mich nur vor den Computer setzen oder wenn ich den elektronischen Medien nicht traue, dann gehe ich ins Bundesarchiv und wenn ich dem nicht traue, dann fahre ich nach Moskau und wenn ich dann immer noch Fragen habe, die ich mir nicht beantworten kann, dann wende ich mich an einen Experten.
        Aber meine „Freunde“ von der Staatsleugnerfraktion sind kognitiv so einfach gestrickt, dass sie ein Archiv für eine Videoausleihe halten… das ist traurig! Dann schwingen sich genau diese jedoch zu Verfassungsexperten und Historikern auf. Da hatte ich letztens den Fall, dass einer von diesen trüben Tassen doch tatsächlich behauptete, Berlin sei kein Teil der Bundesrepublik, weil hier ein anderes „Meldegesetz“ gilt. Dieser Schwachkopf begriff einfach nicht, dass es Rahmenkompetenzen (Bund) und Ausgestaltungskompetenzen (Länder) gibt. Doch mit genau dieser Gülle wird dann um sich geschmissen und es wird so getan, als ob man die absolute Koryphäe ist.
        Ich schneide mir doch auch nicht die Haare selber, nur weil ich eine Scheere zu Hause habe.

        Mit besten Grüßen
        Rico Handta

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