Eisenblatt, Rothschild und Flug MH 370

Eisenblatt hat mal wieder auf anderen Seiten gestöbert und etwas gefunden, was ihm wunderbar in sein antisemitisches Weltbild der „jüdischen Weltherrschaft“ passt.

Es geht dabei um Flug MH 370, Jakob Rothschild und ein Patent.

Im vermissten malayischen Flugzeug saßen auch 20 Mitarbeiter des Unternehmens „Freescale Semiconductors“. Das stimmt.

Dieses Unternehmen stellt Mikrochips her. Das stimmt auch.

Kurz nach dem Verschwinden des Flugzeugs wurde vier chinesischen Mitarbeitern ein Patent erteilt. Das stimmt auch.

Das Patent, um das es geht, ist nicht das Patent für einen Mikrochip. -> Eisenblatts erste Lüge!

Keiner der Patentinhaber taucht auf der Passagierliste auf. -> 2. Lüge!

Freescale Semiconductor gehört nicht Jakob Rothschild, sondern einem Investorenkonsortium unter Führung der Blackstone Group mit Beteiligung der Carlyle Group, Permira und der Texas Pacific Group. Und auch die Blackstone Group gehört nicht Rothschild, er ist lediglich Mitglied des internationalen Beirats. -> 3. Lüge

Ich kenne mich weder im amerikanischen, noch im chinesischen Erbrecht aus, aber ich bezweifle, dass für ein Patent eine Sondererbfolge gilt. Aber selbst wenn dies so wäre, dann würde allenfalls die Freescale Semiconductor Inhaber des Patents, nicht aber Jakob Rothschild. -> 4. Lüge.

 

Was bleibt also? Typische Eisenblatt-Lügen, um sein antisemitisches Weltbild zu befeuern. Hier auch noch auf Kosten der verschollenen Flugpassagiere. Schäbiger geht wohl kaum…

Quellen:

http://eclinik.wordpress.com/2014/03/31/rothschild-inherits-a-freescale-chip-patent

http://de.wikipedia.org/wiki/Jacob_Rothschild,_4._Baron_Rothschild

http://therearenosunglasses.wordpress.com/2014/03/25/malaysia-airlines-mh370-passenger-manifest/

http://de.wikipedia.org/wiki/Blackstone_Group

http://de.wikipedia.org/wiki/Freescale_Semiconductor

Update 27.01.2016: Kollege Preiselbauer hat sich der Sache auch angenommen.

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7 Antworten zu Eisenblatt, Rothschild und Flug MH 370

  1. P.M. schreibt:

    Hier ist sehr gut zu sehen, wie der Antisemitismus in der Praxis funktioniert: Nämlich weniger als Ideologie, als vielmehr als eine Art selektiver Wahrnehmung.
    Sobald diese Leute in irgendeinen Zusammenhang einen bekannten jüdischen Namen wie Rothschild lesen, ist für sie die Geschichte zu Ende. Alle anderen Beteiligten werden egal, auch die Beziehung, in der der Rothschild mit der Angelegenheit steht, wird nicht weiter verfolgt.
    Wenn er irgendwo einen Juden bemerkt, sieht der Antisemit nichts anderes mehr. Es ist fast wie eine Farbenblindheit.

    • Haha :) schreibt:

      meint Ihr nicht dass Ihr ziemlich lächerlich und hetzerisch argumentiert? Ihr merkt garnicht wie Ihr euch selber demontiert. Also bleibt mir eigentlich nur noch zu sagen: Weiter so!

  2. Eisenfresser schreibt:

    Was genau soll jetzt hetzerisch und lächerlich sein?

  3. zone schreibt:

    Alles in eine antisemitische Ecke zu drängen ist auch viel zu einfach und verkennt, wie einfach gestrickt viele Verschwörungstheoretiker sind. Hätte Russia Today verbreitet, dass der 5 Urenkel von Adam Weishaupt das Patent geerb hat weil zufällig ein Vorstandsmitglied von Permira so heißt, hätte die Geschichte ebenso ihren Lauf genommen…
    Immer gleich die Antisemitismus Karte zu ziehen ist auch albern.

    • gnaddrig schreibt:

      Antisemitisch kann man auch als sehr einfach gestrickter Mensch sein. Sind auch viele. Und wenn (mal wieder) ein Jude fälschlich als entweder krimineller oder doch wenigstens unverdienter Nutznießer von irgendeiner tatsächlichen oder zusammenfantasierten Mauschelei hingestellt wird – was soll das denn sein, wenn nicht Antisemitismus?

  4. Gooseman schreibt:

    Lächerlich, erstens sind die vier anderen Patentinhaber auf der Passagierliste. Wenn man Wikipedia als Quelle angibt, Macht man sich doch nur noch lächerlich.
    http://www.voltairenet.org/article183543.html

    • OldFred schreibt:

      Oh je, so viel Unwissenheit.
      Der Patentinhaber (Assignee) ist (bzw. war) Freescale Semiconductor als alleiniger Patentinhaber. Aufgeteilt wurde hier gar nichts.

      Lizenznehmer sind etwas völlig anderes als im verlinkten Artikel von voltairenet.org behauptet. Lizenznehmer sind Dritte die gegen Gebühr das Patent nutzen dürfen. (Ohne jegliches Mitbestimmungsrecht oder Inhaberschaft)

      Die unter „Inventors“ aufgeführten Personen erhalten bzw. erhielten keinerlei „Dividenden“ oder ähnliches. Sie erhalten je nach staatlichen Vorgaben eine sogenannte „Angemessene Erfindervergütung“ (i.d.R. reden wir hier von Summen um die 300$ bis 600$ im Jahr). Sie sind und waren auch zu keiner Zeit Inhaber des Patents oder der Anmeldung. Erfindungen von Arbeitnehmern gehen automatisch in den Besitz des Arbeitgebers über.

      Es spielt für das Patent auch keine Rolle was aus den Erfindern wird.

      Bereits an diesem Punkt zeigt sich, der Artikel der von Gooseman zitiert wird ist, höflich ausgedrückt, unrichtig ist.

      Dass das betreffende Patent nur in den USA und China angemeldet wurde ist übrigens ein deutlicher Hinweis darauf, dass das Patent nichts besonderes ist. (Achja, außerdem wurde es 2017 an NXP Semiconductors abgetreten oder verkauft.)

      Von dem her, viel Lärm um nichts.

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