Sommer und die Monatsnamen

Wer es sich antut, regelmäßig bei Sommers Sonntag zu lesen, dem ist sicherlich schon aufgefallen, dass Tobias Sommer nicht die üblichen Monatsnamen verwendet. Anstatt November schreibt er zum Beispiel von Nebelung, der Dezember ist bei ihm der Julmond.

Dies ist sogar für seine Leser, die viel gewohnt sind, verwirrend. So schreibt der User Fexer:

„Und weil die Menschen noch nicht genug verunsichert
sind, braucht man noch „Gilbhart, Nebelung“ usw…“

Interessant ist Sommers Antwort darauf:

„Ich lass mal alles so stehen, aber wenn du „Gilbhart, Nebelung, (und bald Julmond)“ als verwirrend empfindest, sind die Bande zu deinen Altvorderen wohl nur noch bestenfalls rudimentär vorhanden!?! Die jetzt (leider) mehrheitlich gebräuchlichen Monatsnamen wurden hier vor langer Zeit von den „römischen Katholiken“ eingeschleppt und ins Sprachunterbewußtsein eingeschmuggelt, um uns auch dort wieder ein Stückchen von unseren Wurzeln zu entfernen…!“

 

Er erweckt so den Eindruck, als seien die von ihm verwendeten Monatsnamen die ursprünglichen germanischen Monatsnamen, die seit Urzeiten in Gebrauch waren und irgendwann durch böse Christen ersetzt wurden. Ist das so?

 

Nun, Sommers „Nebelung“ ist eine Erfindung von 1893, der „Julmond“ stammt aus dem schwedischen, „Gilbhart“ ist ebenso wie der Nebelung, die von Sommer ebenfalls verwendeten „Hartung“ (Januar), „Ernting“ (August) und „Herbsting“ (September)1893 erfunden worden und seine Bezeichnung ist „willkürlich aus der Luft gegriffen“. Quelle: http://www.regionalgeschichte.net/bibliothek/glossar/alphabet/m/monatsnamen.html 

Erfinder dieser Monatsnamen sind Hermann von Pfister-Schwaighusen und Adolf Reinecke. Und die passen doch beide sehr gut zu Sommer, heißt es doch bei Wikipdeia über Pfister-Schwaighusen:

„Von Pfister soll um 1875 die Bezeichnung „völkisch“ als deutsches Synonym für das Wort „national“ vorgeschlagen haben.[…] Von Pfister war ein Gegner der Antiqua-Schrift; er plädierte 1887 für die Fraktur als „bewahrenswerte Eigentümlichkeit des deutschen Volkstums“. […] Daneben war er auch in zahlreichen anderen völkischen Organisationen und war ein aktiver Vortragsredner, vor allem bei burschenschaftlichen und alldeutschen Veranstaltungen in Österreich. Er war Ehrenbursch der Burschenschaften Germania Darmstadt (1887) und Frankonia Graz (1899).“

und über Reinecke:

„Reinecke vertrat einen extremen, rassenideologisch und antisemitisch untermauerten Expansionismus mit dem Ziel einer deutschen Besiedelung Zentral- und Osteuropas unter Zuhilfenahme von „Rassen-Veredelung“ und durch die „Befreiung von der Judenplage“. Er forderte schon 1903 die Weltherrschaft der sogenannten „Arier“ unter dem Zeichen des Hakenkreuzes.“ 

Wessen Bande zu den „Altvorderen“ sind denn nun „rudimentär“ ausgebildet? Doch wohl eher die von Sommer, denn seine Bande reichen offensichtlich nur bis 1893. Dafür sind Sommers Bande völkisch-nationalistischer Art…

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Tobias Sommer abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

27 Antworten zu Sommer und die Monatsnamen

  1. gnaddrig schreibt:

    Tja, die Wurzeln. Beleben wir doch am besten gleich das Urgermanische wieder, das wurzelt noch viel krasser als ausgedachte und auf völkisch gebürstete Monatsnamen.

    • gnaddrig schreibt:

      Statt „ausgedachte“ lies „zusammengeklaubte“…

    • Lalaburg schreibt:

      Ein vorzüglicher Vorschlag!
      Dann müsste man auch nicht mehr mit dem argen Problem leben, sich bei der schriftlichen Verkündigung der lateinischen Lautwertzeichen bedienen zu müssen. Denn damit fing der ganze kulturelle Niedergang ja an, als man uns die schicken Runen abspenstig gemacht hat.
      Also: Rolle rückwärts in die Eisenzeit. Gab´s da eigentlich schon Internet?

  2. Holperbald schreibt:

    Da gehts dann aber los. Was ist denn Urgermanisch? Schwierig zu sagen, da wir nur zwei Quellen haben:
    Archäologische Funde
    Römische Geschichtsschreibung (Tacitus).

    Und der Herr Tacitus hat die Germanen im zeitlichen Kontext beschrieben: Schau an, den wilden Sauhaufen, dagegen sind wir zivilisierten Römer viel besser. Sprich, er hatte mit seinen Schriften nicht die Absicht, ein wissenschaftlich – neutrales Dokument samt Quellenangaben abzuliefern, um die Archäologen und Reichsbürger 2000 Jahre später zu erfreuen, sondern, er wollte sein eigenes Volk und den Senat zu einer Meinung drängen.

    Der Rest ist romantische Vorstellung aus dem 19. Jahrhundert.

    Also nichts wirklich, auf das man sich gesichert beziehen könnte – das ist das eine.

    Das andere ist, dass das Christentum eben seit – naja, sagen wir roundabout 1300 Jahren Einzug gehalten hat, und spätestens seit Kalle dem Grossen Staatsreligion ist.

    Ob das dem Herrn Sommer gefällt oder nicht.

    Und dass die Kultur, die er so gern vorgibt, erhalten zu wollen, eine grundlegende Akzeptanz des Christentums voraussetzt…

    Ausser – Man erklärt dem Christentum die Religionseigenschaft ab. DAT ISSES!!! Der Odinismus lebt weiter, das Christentum ist keine Religion. Nur eine Firma. Herr Sommer kennt sich ja inzwischen aus mit kognitiver Dissonanz.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kognitive_Dissonanz

    Oh Gott… oo Ich glaub, jetzt hab ich was angefangen… :)))

    • NoName schreibt:

      „Und der Herr Tacitus hat die Germanen im zeitlichen Kontext beschrieben: Schau an, den wilden Sauhaufen, dagegen sind wir zivilisierten Römer viel besser.“

      Nun ja, es gibt die Ansicht, Tacitus habe die Germanen als Folie benutzt, um seine eigene Gesellschaft kritisieren.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Germania_%28Tacitus%29#Tacitus.E2.80.99_Absichten

      • Klappspaten-Bräu schreibt:

        „Schau an, den wilden Sauhaufen, dagegen sind wir zivilisierten Römer viel besser.”

        Hätten sich die Römer damals tatsächlich in ganz „Germanien“ durchgesetzt, und nicht so ne Pleite mit Varus im Teuteburger Wald / Kalkriese kassiert, so könnten „wir“ uns nun wie bei „Brian“ köstlich darüber steiten, ob und was uns die Römer so gutes gebracht hätten.

        Allerdings zeigt es nur, das der Herr Sommer ledeglich ganz mächtig einen an der Klatsche hat, um sich so nen Unsinn aus den Wichsgriffeln zu saugen. Ausserdem sollte der Herr mal nachlesen, woher die Monatsnamen des Julianischen Kalenders herkommen und was sie bedeuten. Aber dazu wird die Spacke wohl nicht fähig sein. Ob solche Leute wohl ihre Textdarstellung im Windows auch in „runisch“ geändert haben? Alternativ empfehle ich die Keilschrift-Vorlage.

      • gnaddrig schreibt:

        @ Klappspaten-Bräu: Wieso Keilschrift? Es gibt im Internet mehrere Stellen, wo man sich selbst Schriftarten für den Computer erstellen kann. Man muss die gewünschten Zeichen in ein Formular eintragen, das ganze einscannen und erhält eine benutzbare Computerschrift. Da kann man sich ohne Probleme eine Runenschrift bauen. (Fraktur wäre schwieriger, da muss man das mit Hoch- und Rund-s irgendwie lösen).

        Und ein Element von „zurück zu den Wurzeln“ wäre natürlich auch hopfenfreies Bier. Die Germanen haben damals irgendwelche Kräuter zum Konservieren genommen. Das Zeug war kohlensäurearm und muffig. Aber gut, wer authentisch sein will muss leiden. Und muffig passt auch irgendwie…

      • Tofkas01 schreibt:

        “ Herr Sommer ledeglich ganz mächtig einen an der Klatsche hat, um sich so nen Unsinn aus den Wichsgriffeln zu saugen“

        Praktisch die gesamte Germanenbegeisterung diverser Rechtsaußen, die heute noch im Internet rumkräucht, basiert doch auf den Fantasien des 19.Jhd. Eine der Folgen der deutschen Staatlichkeit war ja leider der übersteigerte Nationalismus, der sich krampfhaft irgendwelcher „Urahnen“ bedienen musste um so etwas wie eine historische Kontinuität herbeizureden. Da wurde der Ostfrankenkönig Ludwig zu „Ludwig der Deutsche“ da setzte man die Bildung einer allgemeinen deutschen Sprache auf die Generation von Heinrich I. „dem Vogler“ fest, man pinselte lauter finster dreinblickende Recken auf die Leinwand und behauptete das wären Heinrich der Löwe und Friedrich Barbarossa und überhaupt war man davon überzeugt das spätestens mit Arminius die Deutschen sich als Volk verstanden und überhaupt eine eigene Schrift spätestens noch vor den alten Ägyptern entwickelten…… Das wollte man Anno 1870 eben gerne glauben und heute springen noch ein paar Fantasten auch darauf an.

      • Klappspaten-Bräu schreibt:

        Herr Gnaddrig, also die Sache mit dem Bier reicht da aber noch sehr viel länger zurück. Es heisst ja nicht umsonste Gerstensaft. Und der war schon im alten Mesopotamien und Ägypten bekannt.
        Was dabei aber die Kräuter in dem Bier sollen, das erschliesst sich mir nicht. Muss es auch nicht, schmeissen die Belgier doch heute immer noch Kirschen ins Bier. Bierpanscher gab es schon immer, genauso wie die Falschmünzer.

      • gnaddrig schreibt:

        Also, Klappspaten-Bräu, klar haben die Mesopotamier schon Bier zubereitet. Das war wohl, wenn ich richtig gelesen habe, eher vergorener Brotteig, wahrscheinlich dem russischen Kwass ähnlicher als irgendwelchem Bier (gar nicht schlecht übrigens, guter Kwass).

        Aber erst die Germanen haben damals richtiges germanisches Bier gebraut (in Germanien und nach gutgermanischer Art), ein Gebräu, das die Römer fürchteten. Und man muss ein Getränk ja nicht selbst erfunden haben, um es zum Nationalgesöff machen zu können. Die Schotten haben ja auch den Whisky nicht erfunden.

        Das mit den Kräutern, ja, was soll ich da sagen, das ist wohl Geschmackssache. Muss ich auch nicht haben, aber ich leide zum Glück nicht an Pseudogermanischer Nostalgie…

      • Klappspaten-Bräu schreibt:

        Zitat: „Aber erst die Germanen haben damals richtiges germanisches Bier gebraut (in Germanien und nach gutgermanischer Art)“

        Nach germanischem Reinheitsgebot?

      • kairo schreibt:

        Das mit dem Bier wird ja eher den Ägyptern zugeschrieben. Schon die Arbeiter, die die Pyramiden bauten, wurden mit „Brot und Bier“ entlohnt. Wein wächst in Ägypten nicht, wegen des Bodens und wegen des Klimas.

        In Mesopotamien, Syrien und Palästina dagegen war Wein gängig und Bier nahezu unbekannt, es sei denn als exotische Spezialität (z. B. aus Ägypten). In der Bibel wird Wein oft erwähnt, Bier dagegen überhaupt nicht, außer an einigen Stellen, über deren Bedeutung sich die Übersetzer nicht einig sind; dabei darf man annehmen, dass den Israeliten Bier bekannt waren, denn sie hatten ja ganz gute Beziehungen nach Ägypten.

        Dass das erste echt germanische Bier von den Germanen hergestellt wurde, darf man wohl als trivial ansehen.

      • gnaddrig schreibt:

        @ Klappspaten-Bräu: Nach germanischem Reinheitsgebot?
        Das würde ich mal vermuten. Kann natürlich keine Belege bringen. Aber das längere Zeit irgendetwas auch nur halbwegs wichtiges ungeregelt vonstatten geht, kann ich mir nicht vorstellen.

        @ kairo: Dass das erste echt germanische Bier von den Germanen hergestellt wurde, darf man wohl als trivial ansehen.

        Trotzdem, in diesen kleinen, unbedeutend scheinenden Wissenströpfchen steckt der Geist des wahren pseudogermanischen Nationaldingens. Wer den Tropfen nicht ehrt, ist des Humpens nicht wert, sozusagen. Wegen der Wurzeln und so!

  3. Holperbald schreibt:

    Nee, Keilschrift geht mal gar nicht, das kommt ja aus dem Orient.

    “Schau an, den wilden Sauhaufen, dagegen sind wir zivilisierten Römer viel besser.”

    Natürlich war der Satz erkennbar auf die Spitze getrieben. Zum einen wurden die Germanen als freiheitsliebend dargestellt (was Sie zweifelsohne in der Mehrheit waren). Zum anderen wurden sie eben auch als „wild“ und – naja, eben „barbarisch“ gekennzeichnet. Das war halt die Kehrseite. Ehe man germanische Kämme und germanischen Schmuck von Frauen gefunden hatte, konnte man sich hierzulande kaum vorstellen, dass die Germaninnen sich geschminkt hatten. Wie auch, ohne schriftliche Nachweise, ohne Statuen oder sonstige Beweise?

    Der Herr Sommer sucht sich gerade das aus der Geschichte raus, was ihm gefällt.

    Und allgemein gesagt – Heutige politische Verhältnisse auf die alten Wenauchimmer umzumünzen, ist schlichtweg hochgradig unseriös und unwissenschaftlich – ebenso wie auch umgekehrt.

  4. Wildsau schreibt:

    Zitat Holperbald: „Ehe man germanische Kämme und germanischen Schmuck von Frauen gefunden hatte, konnte man sich hierzulande kaum vorstellen, dass die Germaninnen sich geschminkt hatten. Wie auch, ohne schriftliche Nachweise, ohne Statuen oder sonstige Beweise?“

    Genau! Warum denn überhaupt schreiben? Ich bin keine Historikerin, aber ist es nicht so, daß das Schreiben bei den Germanen eher unüblich war? – Weshalb wir eben auf archäologische Befunde zurückzugreifen haben, wenn wir was über sie erfahren wollen.
    Es wäre doch das Einfachste, wenn die Herrschaften Reichstrottel einfach, -Zurück zu den Wurzeln!, das Schreiben ganz einstellen würden.Dann wäre allen geholfen.

    Im Übrigen möchte ich hier mal ein Lob an den Autor loswerden. Ich bewundere Ihre Geduld und die Sachlichkeit, mit der Sie sich dieser unapettitlichen Thematik annehmen.
    Vielen Dank dafür und Herzliche Grüße!

  5. Holperbald schreibt:

    Ich bin keine Historikerin, aber ist es nicht so, daß das Schreiben bei den Germanen eher unüblich war?

    Richtig, so war das.

    Leider schreiben die Reichstrottel trotzdem – wenngleich auch teilweise in einer Art, dass man sich frägt, ob nun die inhaltlichen oder die Rechtschreibfehler überwiegen.

    Gerhard Schumacher hat knapp 400 Seiten gebraucht, die Inkonsequenz der Reichsbürger zusammenzufassen. Und das war wirklich kurzgefasst.

    Die ganze Reichsbürgerthematik ist wie eine dicke Eiterbeule auf der Nasenspitze: Man will nicht hinschauen, aber wegschauen kann man auch nicht.

    Von meiner Seite auch – Respekt an den Admin! Daumenhoch!

    • Tofkas01 schreibt:

      Geschrieben haben die Germanen nicht. Wahrscheinlich gab es eine handvoll Rhunengelehrter, das war alles. Soviel ich weiß, hatten sie auch noch nicht einmal einen Kalender.

      Es ist ja auch irgendwie schade, es gab zwei höhere Zivilisationen im damaligen Europa, Römer und Kelten, und außgerechnet die zurückgebliebenen und primitiven Germanen haben überlebt. Schade.

      • Holperbald schreibt:

        Schade finde ich das nicht. Es ist und bleibt unsere Geschichte – und darauf können wir genauso stolz sein, wie jedes andere Volk auf seine Geschichte.

        Genauso wie das Christentum danach.
        Und das ist der Unterschied zwischen einem Patrioten und Sommer:

        Der sucht sich die vermeintlichen Perlen raus, mischt sie mit ein bisschen Asterix-Romantik reduziert das Christentum auf die Inquisition, und redet sich die Welt schwarz – weiss.

      • Klappspaten-Bräu schreibt:

        Zitat: „Soviel ich weiß, hatten sie auch noch nicht einmal einen Kalender.“

        Das ist auch ein Problem der Reichsdeppen, dieser Spruch so nach dem Motto, „…soweit ich weiss …“
        Aber wozu gibt es Wiki: http://de.wikipedia.org/wiki/Kalender
        Sicherlich waren unsere Altforderen nicht unbedingt die hellsten Blitzbirnen unter Wotans und Odins Sonne, aber so dumm waren die nun auch nicht, nen Paar Steine in einem Kreis zu legen, was für die alten Germanen ein Kalernder darstellte. Man muss nur unterscheiden zwischen Hünengrab und Kalendersteine. Schon in der Megalithkultur kannte man diesen kleinen und feinen Unterschied. Okay, sie haben nur vergessen, sich das patentieren zu lassen.
        Aber hey, immerhin sind „Wir“ die Erfinder des Adventskalenders und des Weihnachtsbaums. Wobei es ja immer noch so Reichsdeppen und andere Nazis es geben tuen tut, die behaupten, der GröFaZ habe den Adventskalender erfunden. Nun ja, vom Postkkarten bemalen bis zum Adventskalender ist es nun auch nicht weit. Wäre er nur dabei geblieben.

  6. Noldor schreibt:

    Egal was der Sommer labert. Nächsten Hornung habe ich Urlaub.

  7. gnaddrig schreibt:

    Im Zusammenhang mit den Monatsnamen fragt sich auch, ob „die Germanen“ (welche, wann und wo auch immer) überhaupt einen Sonnenkalender benutzt haben und das Jahr in 12 (oder sonstwieviele) Zeitabschnitte eingeteilt haben, die stabil den gleichen Abschnitten des Sonnenjahres zugeordnet waren, oder ob sie auf der Grundlage von Mondphasen arbeiteten, wo die Benennung der Monate nach jahreszeitlichen Besonderheiten keinen Sinn macht. Dann wären eventuelle alte germanische „Monatsnamen“ eher Bezeichnungen für Jahreszeiten oder die damit verbundenen land- oder jagdwirtschaftlichen Ereignisse (Aussaat, Ernte) oder jahreszeitliche Wettermerkmale (Hitze, Kälte, Schnee usw.).

    Keine Ahnung, wie das bei den alten Germanen so zuging, aber sicher nicht „sommerlich“…

    • Klappspaten-Bräu schreibt:

      Das ist doch nun wirklich soooowas von einfach, die alten Germanen teilten das Jahr in Adventskalenderzyklen auf. Jedes Jahr hatte also 15 Monate. Und alle 5 Jahre wurde ein Schaltmonat eingefügt.
      Ist auch wesentlich einfacher, als immer nen Sack mit Steinen für den Steinkalender mit sich rumzuschlürren. Und Mondkalender? Also hören se mal Herr Gnaddrig, der Mond ist ja sowas von unhandlich, das kann ich mir da eher nicht vorstellen. Von daher dürfte der Sonnenkalender auch ausscheiden, das gibt ja ekklige Brandflecke.

      • gnaddrig schreibt:

        Hmja, das ist natürlich nicht von der Hand zu weisen. Vielleicht war es auch ein Bierkalender. Eine Wanne Bier brauen, austrinken, Rausch ausschlafen. Bis die nächste Wanne Bier fertig ist, ist ein „Monat“ vergangen. Je nach Trinkfestigkeit und Brautechnik dauerten diese Biermonate zwischen 5 und 35 Tagen. Entsprechend ungenau waren germanische Zeitangaben.

        Die Brauzutaten variierten übrigens jahreszeitlich. Daher auch die alten Monatsnamen Emmering (der Monat, in dem mit Emmer gebraut wurde), Hopfing (der Monat, wo der Hopfen reif war), Gersting (wo mit Gerste gebraut wurde), Malzing (die Fastenzeit, wo alkoholarmes Malzbier gebraut wurde) usw. Auch gab es verschiedene Trinkgefäße (daher Hornung, der Monat der Trinkhörner; Ballering, wo aus Eimern getrunken wurde), und die Auswirkungen der ständigen Gelage haben sich in den Monatsnamen Schlingering und Lallung niedergeschlagen.

      • Holperbald schreibt:

        Eine Wanne Bier brauen, austrinken, Rausch ausschlafen.

        Genial!
        😀 😀 😀

        Die Zeitrechnung führ ich jetzt auch ein!

        Dann mal bis August(iner)

      • Klappspaten-Bräu schreibt:

        Bier-Monats-Zyklen ??

        Also wenn das der GröFaZ wüsste.

      • gnaddrig schreibt:

        Ja, stimmt, der war da ja gar nicht so für, Rauchen und Saufen für’s Vaterland fand er ungroßdeutsch. Das wär doch erst recht ein Grund? Prost!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s