Nachtrag zu Xavier Naidoo, BILD und Markus Tolksdorf

In zwei Beiträgen hatte ich micht mit dem Brief eines Herrn Tolksdorf an den Axel Springer Verlag auseinandergesetzt (hier und hier).

Nebenbei habe ich ihn dabei auf den falschen Gebrauch seines gekauften Doktortitels aufmerksam gemacht. Ich schrieb:

„Ihren für 30 Dollar (?) erworbenen Ehrendoktortitel einer US-amerikanischen Kirche dürfen Sie in Deutschland nur unter dem Hinweis auf ebenjene Kirche führen – so wie Sie es in Ihrem Briefkopf tun. Im Absender, dem Stempel oder Siegel und bei Ihrer Unterschrift ist es falsch und dürfte den Straftatbestand des Missbrauchs von Titeln erfüllen.“

Wie es sich für einen Reichsbürger gehört, hat er mich nicht verstanden und wusste eh alles besser und so schrieb er:

„Zunächst darf ich die Titel offiziell nutzen, wäre dem nicht so würden mich die sogenannten Richterschaften und Staatsanwaltschaften nicht mit Titel anschreiben…aber das nur so am Rande.“

Dass er den Titel nutzen darf, habe ich nie bestritten. Es ging darum, wie das zu geschehen habe (nämlich unter Angabe der verleihenden Stelle).

Und offensichtlich beurteilt die Staatsanwaltschaft Kiel die Sache ähnlich, denn Herr Tolksdorf hat dieses Schreiben auf Facebook veröffentlicht:

wpid-1417360438037.jpg

Natürlich hat er auch hier nicht verstanden, dass es um das WIE des Verwendens des Titels geht und gibt sich daher siegesgewiß. Und wenn er dann (wie zu erwarten ist) auf die Schnauze fliegt und eine Strafe kassiert, dann ist das natürlich wieder das in den letzten Zügen liegende System, das Wild um sich schlägt…

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10 Antworten zu Nachtrag zu Xavier Naidoo, BILD und Markus Tolksdorf

  1. No Name schreibt:

    Das wird großartig. Endlich wieder Reichssoap!

  2. achsel des guten schreibt:

    adressat markus „achsel“ tolksdorf? really? *rofl*

  3. No Name schreibt:

    Gibt es schon was Neues vom hochadligen Doktor?

  4. Klappspaten-Bräu schreibt:

    Haha, da hat sich die BRD-GmbH aber dieses Jahr gegen die Reichdeppen verschworen. Erst der Imperator Fitzek vor dem AG Wittenberg und nun der Herr Doktor, mit seiner Bachpfütze in Schottland, der von der mainstram-medial-verblendeten Polizei genervt wird.

    o_O

    • gnaddrig schreibt:

      Ja, und der Honigmann hat ja auch einen sechsmonatigen Schuss vor den Bug gekriegt. Kein gutes Jahr für diese Leute…

      • John schreibt:

        Nicht zu vergessen, dass Eisenblatt und die Volksbetrüger von den Schweizern eins auf die Mappe bekommen haben.

        Ich muss ja zugeben, dass ich Eisenblatts pubertäre Art doch ein bisschen vermisse 😉

        Aber wie Peter Fitzek ja schon feststellte, ist das Durchgreifen der Behörden gegen die Reichsideologen ja nur […]ein Zeichen ihrer Hilflosigkeit und [der] letzten Zuckungen.
        Ich frage mich nur, wie es da reinpasst, dass die Eidgenossen sich den Zuckungen angeschlossen haben.

        Es wird auch interessant zu sehen ob Sommers Sonntag wirklich eingestellt wird. Der Countdown hat heute begonnen.

  5. Holperbald schreibt:

    Mal ein Gedanke dazu meinerseits.

    Die grösste Angst in diesen Kreisen dürfte sein, als „Verräter“ dazustehen.
    Mit „Verräter“ hält man die Leute in der Spur und denkt nicht selbst nach bzw. lässt keine alternativen Schlüsse zu.

    Von vorne begonnen, hat jeder Mensch ein Weltbild: Das Weltbild kann als Summe der im Leben gemachten Erfahrungen betrachtet werden. Die meisten Menschen bilden ihr Weltbild im Alter zwischen 16 und 20 Jahren aus: Ob ich „rechts“ bin oder „links“, Bayernfan oder Schalke, Hiphop oder Metal. Und natürlich bildet sich auch das politische Weltbild.

    Das ist erstmal was, was bei allen Menschen gleich ist.

    Die Menschen haben aber dann das Weltbild, dass sie in einem Alter, in dem sie noch gar nicht die gesamte Bandbreite des Lebens erfassen können,und sind damit glücklich. Im Gegenteil: Nichts fällt schwerer, als zuzugeben, dass sich die Welt weiterentwickelt hat. Und dann wird nicht das Weltbild an die Realität angepasst („Verräter!“), sondern die Realität an das Weltbild („letzte Zuckungen“)

    Ein Beispiel von mir selbst – Schwank aus meiner Jugend: 🙂 Nach dem US-Einmarsch im Irak und in Afghanistan war ich der Überzeugung, dass die Amerikaner nur auf die erstbeste Gelegenheit warten, im Iran einzumarschieren. Inzwischen sind aber seit Irak 11 Jahre vergangen, und die Amis zeigen gar keine Muse. Also muss ich wohl falschgelegen haben (Ich könnte auch unterstellen, gerade, um Schlafschafe wie mich in Sicherheit zu wiegen, warten sie so lang)

    Verrat ist m.E., jemanden anzuschwärzen, aber nicht, sein Weltbild fortzuschreiben.
    Im Gegenteil: „Ich lag falsch“ ist wohl einer der schwersten Sätze, die den meisten über die Lippen kommen, und zeugt daher von eigentlicher Weisheit

    • Tofkas01 schreibt:

      „Nach dem US-Einmarsch im Irak und in Afghanistan war ich der Überzeugung, dass die Amerikaner nur auf die erstbeste Gelegenheit warten, im Iran einzumarschieren. “

      Nun, wäre der Irak sofort stabilisiert worden, wer weiß…….
      Aber du hast natürlich recht, leider ist Adenauers „was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“ auch ein Zeichen von Klugkeit und der Bereitschaft sich weiterzuentwickeln.

      Die meisten Reichsdeppen sind aber eher nicht 16-20, sondern schon in dem Alter, was man verharmlosend „vorgerückt“ nennen könnte. Und ein Fitzek zeichnet sich auch noch dur DDR-Sozialisation aus. Da fällt es dann wohl doppelt schwer, die Mauer im Kopf abzureißen.

    • Lalaburg schreibt:

      Vielleicht ist bei der Ablehnung von „Verrat“ im Sinne einer Fehlerkorrektur/ gedanklichen Weiterentwicklung auch der Umstand ausschlaggebend, dass zumindest bei der hier behandelten Klientel das ganze Gedankengebäude auf reichlich tönernen Fundamenten ruht.
      Da wird ja viel mit Analogien und gegenseitigem Abstützen gearbeitet. Weil A so und so ist, muss B auch so sein, und C sowieso. Das ist natürlich nur vergröbert dargestellt, aber wenn man zu einem Teilaspekt ein klares Bekenntnis formulieren würde, im Sinne von „Da lag ich falsch, das war Blödsinn“, dann gerät, möglicherweise viel stärker als bei anderen Themen, das gesamte Konstrukt ins Wanken. Was die Protagonisten bewusst oder unbewusst auch verspüren.

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