Offener Brief an die Bürger des Königreichs Deutschland

Folgenden Brief hat SanktHubertus im Antireichsdeppenforum veröffentlicht:

Hallo Jungs (das entspricht jetzt meinem aktuellen Kenntnisstand. Sollte sich mittlerweile wieder das eine oder andere Mädel zu euch gesellt haben, dann mögen diese sich bitte auch gegrüßt fühlen)
Also nochmal:
Hallo Bürger (und Bürgerinnen?) des KRD,

ich richte dieses Schreiben an euch, weil ich die leise Hoffnung hege, dass sich vielleicht der eine oder andere einen Ruck gibt und dem selbsternannten Möchtegern König die längst überfällige rote Karte zeigt…. und natürlich weil es legal ist.
Ich hatte ja nun  auch das zweifelhafte Vergnügen das Video über die Verlade mit dem Korb im Sheraton zu genießen. Dabei ist mir aufgefallen, dass es sich bei euch in erster Linie um tatkräftige, junge Menschen handelt. Keine dementen Senioren oder resignierten Mittfünfziger. Ok – ihr wirktet nicht sonderlich dynamisch, eher etwas verunsichert. Aber das kann man in solch einer Situation, wenn man live miterleben muss, wie der eigene, oberste Souverän höchst unsouverän auf eine Verballhornung reagiert, das kann man ja verstehen und nachvollziehen.
Auf was ich hinaus möchte:
Also bei uns in der BRD, das ist der Staat um euch herum, haben Menschen wie ihr es offenbar seid, durchaus eine Chance, ein freies, selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben zu führen. Und je nach Fähigkeit (manchmal spielt Karma auch eine kleine Rolle) darf man sich auch an einem gewissen Wohlstand erfreuen.
Wer sich für Geld nicht interessiert: Auch kein Problem. Niemand hindert einen, sich selbst zu versorgen. Ich kenne sogar gleich zwei Familien, die das weitestgehend geschafft haben. Die leben in schönster Eintracht nahezu autark auf ihren Höfen.
In Berlin haben unlängst ein paar junge Mädels den ersten verpackungsfreien Supermarkt eröffnet…
Mein Sohn, gerade mal 22 Lenze, dreht als Kamera-Assi bereits seinen ersten Kinofilm, womit er sich einen Traum verwirklicht hat…
Mit etwas Engagement kann man es durchaus hinbekommen, friedlich, glücklich und zufrieden das Leben zu führen, das man führen möchte.
Aber es kommt noch besser: Sollte das mal nicht so klappen, mit dem Engagment, dann geht nicht gleich das Licht aus und die Heizung friert ein. Nö. Bei uns kann man Sozialleistungen bekommen. Man ist weiterhin krankenversichert, hat ein Dach über’m Kopf und was zu beißen. Man bekommt also Zeit, sein Engagement zu erneuern. Das ist vielleicht nicht immer angenehm, in solch einer Abhängigkeit zu stecken, aber immer noch besser, als in der dunklen, kalten Bude Toast zu mümmeln und es dem Chef doch nie recht machen zu können.
Aber gehen wir mal davon aus, ett löwt. Ihr habt euer Auskommen, lebt in Frieden mit euch und den Nachbarn und bekommt plötzlich Lust an die große Mauer in China zu pinkeln. Dann besorgt ihr euch ein Ticket, reist nach China, pinkelt an die Mauer (Achtung! Nicht erwischen lassen!!) und fliegt wieder nach Hause. Ihr habt nämlich einen Reisepass der BRD und der macht das möglich. Ihr könnt gehen, wann und wohin ihr wollt. Super, oder!?
Klar: Wenn so viele Menschen auf so engem Raum zusammenleben, dann braucht es Regeln. Viele Regeln. Auch klar: Nicht alle Regeln machen für jeden Sinn. Im großen Ganzen würde ich jedoch meinen, dass man mit den allermeisten Regeln der BRD ganz gut leben kann (bei der Steuer könnte man mal bei gehen – das geht sicher auch einfacher).
Was die da oben in der Politik treiben, ist nicht immer fein. Stimmt. Und in der Wirtschaft tummeln sich ein paar ganz fiese Gestalten. Aber es ist jedem unbenommen, sich kreativ mit eigenen Ideen einzubringen.
Ein Königreich zu gründen, ist da eher kontraproduktiv und mal ehrlich: Wenn schon, dann doch bitte mit Herz und Hand und einem souveränen Kopf anstatt einem verhuschten Typen mit unsouveränem Zopf. Ok, zugegeben, wenn man so ’nen Typen zum Chef hat, kann man relativ leicht mit dem Finger auf ihn zeigen und „Wäääh! Der war’s!“ lamentieren. Aber erstens kommt euch euer König diesbezüglich stets zuvor und zeigt mit dem Finger auf euch und zweitens „fitzt“ das, wie wir hierzulande sagen, juristisch ohnehin nicht. Das bedeutet: Den Mist, den euer momentaner Cheffe finanziell verbockt, tragt ihr gegebenenfalls mit. Über den moralischen Mist darf sich jeder selbst hinweg helfen oder helfen lassen.
Denkt mal drüber nach. (Du auch Peter, hast es ja jetzt doch alles gelesen)
Also:
Hier gibt’s ’ne Menge zu tun. Wenn ihr wollt, dann steht einem „Zusammen“ nichts im Wege. Ehrenwort!!

Mit bestem Gruß
SanktHubertus

PS:

Wenn man die Veränderung sein möchte, die man gerne in der Welt sehen will (in Anlehnung an ein Zitat Gandhis), dann genügt es nicht, einfach nur dagegen zu sein oder sich darüber zu beklagen, dass die Veränderung, die man sein möchte, nicht akzeptiert oder sogar boykottiert wird (Stichwort Mimimi).
Der offensichtliche Widerspruch eures Fiduziars besteht darin, einen Paradigmenwechsel erzwingen zu wollen. Denn genau das, etwas erzwingen zu wollen, ist bereits ein zutiefst menschliches Paradigma.
Peter müsste folglich diesen Paradigmenwechsel zunächst bei sich selbst vollziehen.
Allerdings würde ihm dann bewusst werden, dass die Geschichte der Menschen aus vielen, sich ständig ändernden Paradigmen einerseits und gleichzeitig aus einem einzigen, ewigen Paradigmenwechsel besteht: Wir entwickeln uns stetig fort.
Und das wird seine Impertinenz weder aufhalten noch beschleunigen.
Sobald er mit sich und seinem Leben ins Reine gekommen ist, kann er eine Bereicherung für diese Entwicklung sein. Bis dahin muß er mit einem Korb rechnen

Ihr könnt den Sohn des Horsts natürlich weiterhin bei seinem persönlichen Erzwingungskrieg unterstützen. Ihr könnt aber auch die Veränderung sein, die ihr in der Welt sehen wollt.

Hollarädullijö
Sankt Hubertus  😉

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3 Antworten zu Offener Brief an die Bürger des Königreichs Deutschland

  1. Dennis Sommer schreibt:

    Klasse formuliert. Dem ist nichts hinzu zu fügen. 🙂

  2. Kampfstern Galaktika schreibt:

    ?
    Als könnte man mit einem ellenlangen Geschwurbel wie diesem hier den Pabst überzeugen, daß es keinen Gott gibt. Es gibt Leute, denen gefällt es, ausgepeitscht zu werden. Also dürfen auch die Fotzeanier ihr unbeholfenes Rollenspieldasein fristen. Falsche und ganz falsche Könige sind Ausdruck wahrer Demokratie. Wo kämen wir denn da hin. Und zum Lachen ist es auch. Jedem seinen Glauben und sein Wahn. —– welcome to freedom

  3. NDR schreibt:

    Das Kulturstudio hat festgestellt: NDR und Eisenfrass sind die gleiche Person 😉
    http://ndrrhnr.blogspot.de/2015/08/kulturstudio-bon-jovis-recherche-uber.html

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