Peter Fitzek macht Werbung für „Reichsbürger – ein Handbuch“

Es gibt eine neues Buch über die Reichsbürgerbewegung. Herausgeber ist Dirk Wilking. Das Buch heißt „Reichsbürger – Ein Handbuch“ und richtet sich in erster Linie an Verwaltungsmitarbeiter in Sachsen und Brandenburg. Ich habe das Buch, und ich kann es absolut weiter empfehlen.

In den letzten Wochen berichteten diverse Medien über das Buch. Also war es nur eine Frage der Zeit, bis der erste Reichsbürger eine Replik schreiben würde. Es ist aber nicht irgendein Reichsbürger, es ist der König. Nicht nur der Reichsbürger – nein: Der König von Deutschland! Peter Fitzek, Oberster Souverän, Imperator Fiduziar (Selbstbezeichnungen), laut eigenen Angaben früher bekannt als „Fotzek die Brillenschlange“ hat auf dem (angeblich) nicht zum „Königreich Deutschland“ (KRD) gehörden Blog krd-blog einen Beitrag zum Buch veröffentlicht. Und ohne es zu wollen, bestätigt er die gute Arbeit der Autoren. Aber seht selbst.

Im Handbuch heißt es unter anderem:

„Trotz real meist sozial und beruflich gescheiterter Existenz werden ausnahmslos Ämter und Mandate mit höchster Reputation angestrebt, die qua Amt eine größtmögliche Autorität verbreiten sollen. […] Zum einen beanspruchen die meisten Personen gleich mehrere Ämter für sich – getreu dem Motto: „Viel hilft viel!“ […]“ (Handbuch, S. 42)

Und wer müsste da nicht an den ehemaligen Koch, Videothekenbesitzer, Jeansverkäufer, Esotreikladenbesitzer und jetzigen Imperator Fiduziar, obersten Souverän, König von Deutschland, Sohn Gottes (und des Horst’s und der Erika), obersten Richter, … kurz: Peter Fitzek denken?

Und wer Peters diverse Briefe an die BaFin und Gerichte kennt, der muss sicherlich auch an ihn denken, wenn er im Handbuch liest:

„Mit ausnahmslos sehr langen Textdokumenten – fünf bis zehn Seiten sind hier keine Ausnahme, sondern die Regel – werden Behörden und Amtsträger […] mit Beleidigungen, Belehrungen, Beschimpfungen bis hin zur Erpressung und Nötigung überzogen. Nicht selten werden dabei verquere Ideen der eigenen Vorstellung […] mit […] mehr oder weniger latent vorhandenen rechtspopulistischen, fremdenfeindlichen und antisemitischen Einstellungen verknüpft.“ (S. 43)

Weiter heißt es im Handbuch:

„Das Auftreten ist oft verschroben, zwanghaft, bemüht und von großem missionarischen Eifer geprägt.“ (S. 46)

Klingt nach einer ziemlich guten Analyse von Fitzek, oder?

Im Zusammenhang mit Zwangsneurosen heißt es im Handbuch:

„Bei vielen „Reichsbürgern“ lassen sich ein übersteigerter Hang zu Verschwörungsfantasien und eine Vorliebe für umständliche Erklärungsgebäude erkennen. Ebenso sind sie um einen pseudowissenschaftlichen Schreib- und Argumentationsstil bemüht und zeigen Anzeichen einer streng-pedantischen, rigiden, teilweise agressiven, sehr sachorientierten und weniger gefühlsbetonten Charakterstruktur.“ (S. 63)

Zu Fitzeks Beitrag passt aber am besten die Einschätzung von Seite 66 des Handbuchs:

„Als typische Wahnthemen  der „Reichsbürger“ sind der (paranoide) Verfolgungswahn und der (megalomane) Größenwahn zu nennen.“

Gut – um bei einem gescheiterten Koch, der sich als Sohn Gottes und König Deutschlands sieht, Größenwahn zu attestieren, bedarf es sicherlich nicht des Handbuchs. Aber sehen wir uns Peters „Gegendarstellung“ doch mal genau an.

„Hintergründe zum Handbuch „Reichsbürger“, welches vom „Demos – Brandenburgisches Institut für Gemeinwesenberatung“ in Gestalt von Dirk Wilking herausgegeben wurde.

Was Wir hier leisten wollen ist aufzuzeigen, daß dieses o.g. Werk lediglich ein Propagandawerkzeug ist. Um die Aufdeckung der Propaganda, der Habwahrheiten und Lügen in allen Punkten zu leisten, würden hier hunderte Seiten erforderlich sein. Das wollen Wir aber nicht leisten, denn es gibt Wichtigeres zu tun. Es ist ein besseres Gemeinwesen aufzubauen. Es sind neue Strukturen zu schaffen.

Eines ist aber klar:

Es geht in diesem Pamphlet nicht darum, Verwaltungsbeamten zu helfen, wahrhaftig zu sein und sich und dem Volke bei einer friedlichen Erneuerungzu helfen, denn genau das ist der Auftragan die Verwaltungsbediensteten, der aus den Artikeln. 23 (Subsidiaritätsprinzip) und 28 (Selbstverwaltungsrecht der Gemeinden) des Grundgesetzes resultiert, ob diese es wissen oder nicht!“

Nun, das könnte daran liegen, dass das (überraschenderweise) nicht der Auftrag an Verwaltungsbedienstete ist. Und natürlich ergibt sich ein solcher Käse auch nicht aus Art. 23 GG oder Art. 28 GG.

„Es geht hier in dem „Handbuch“ lediglich darum, ALLE Bestrebungen der Erneuerung als etwas Schlechtes zu brandmarken, denn das Propagandawerk, welches eine Mischung von Wahrhaftem, Halbwahrem und Lügen ist, aber auch mit den Werkzeugen der Unterlassung wahrhafter Fakten und auch mit zahlreichen unterschwelligen Botschaften arbeitet, ist psychologisch perfide aufgebaut. Alle Menschen, die sich für eine Verbesserung des Gemeinwesens einsetzen, werden in einen Topf mit den Unwissenden, den Egomanen, den eingeschränkt geistig Befähigten und den Menschen mit tatsächlichen Wahnvorstellungen geworfen.“

Weit gefehlt! Es geht nur um Bestrebungen aus dem Reichsbürger-Umfeld. Es gibt daneben viele andere Menschen, die für eine Erneuerung eintreten oder sich für eine Verbesserung des Gemeinwesens einsetzen und die im Buch nicht erwähnt werden. Weil es eben nur um Reichsbürger geht.

Dass sich gerade Peter, der zum Beispiel von Jura keine Ahnung hat, ein Egomane ist und der sich für den König von Deutschland und den Sohn Gottes hält, darüber beschwert, mit Unwissenden, Egomanen und Menschen mit Wahnvorstellungen in einen Topf geworfen zu werden, ist mindestens komisch.

Aber lesen wir sein Geschreibsel weiter:

„Diese Art von gestörten Menschen gibt es aber in allen Bereichen des menschlichen Daseins, nicht nur bei sogenannten „Reichsbürgern“. Jedoch sind nicht alle in dem Propagandawerk erwähnten Aktivisten derartige Irre.“

Und überraschenderweise wird auch nichts anders behauptet. Ich zitiere aus dem Handbuch, Seite 60:

„Die Mehrzahl der Akteure ist sich ihrer polizischen Provokation bewusst und agiert aus einer selbst gewählten Protest- und Widerstandshaltung heraus. Gleichwohl ist natürlich auch bei diesen – als im klinischen Sinne noch gesund – geltenden Überzeugungstätern die Frage erlaubt, welche Ursachen und psychischen Prozesse die Ausbildung einer „Reichsbürger“-Identität zugrunde liegen mögen. Die Übergänge vom politischen Mitläufer zum Radikalen, vom Radikalen hinüber zum fanatischen Extremisten und schlussendlich zum wahnhaft Kranken müssen als flißend betrachtet werden.“

Aber Peter! Wer versucht denn da mit einer „Mischung von Wahrhaftem, Halbwahrem und Lügen“ „aber auch mit den Werkzeugen der Unterlassung wahrhafter Fakten und auch mit zahlreichen unterschwelligen Botschaften“, „psychologisch perfide“ das Buch zu diskreditieren, hm?

Etwas später im Text kommt Peter zu einer Einschätzung der Autoren:

„Es waren bezahlte intellektuelle Prostituierte und damit selbst nur Verwirrte, die dieses Pamphlet mit einer gezielten Absicht schufen, das ist für den psychologisch geschulten Menschen ganz klar erkennbar.“

Nun ja. Dass Autoren für Bücher bezahlt werden, scheint mir jetzt nicht unüblich zu sein. Überl aufzustoßen scheint Peter, dass die Autoren intellektuell sind. Das scheint für ihn ein Schimpfwort zu sein. Aber jetzt kommt das Beste: Peter hält sich für „psychologisch geschult“, weil er erkennt, dass das Handbuch mit einer Absicht geschaffen wurde. Toll! Ist ja nich so, dass diese Absicht schon im Vorwort erläutert wird:

„Der vorliegende Band wendet sich sowohl an jene Menschen in den Verwaltungen, die an den Veranstaltungen teilgenommen haben, an jene, die keinen Platz mehr bekommen haben, als auch an jeden anderen Interessierten. Es wurde versucht, die Texte so zu gestalten, dass ein praktikables Handbuch zur Verfügung steht, das auch für den Verwaltungsalltag allgemein tauglich ist.“

Wie so vieles, bleibt es auch Peters Geheimnis, wie er zu dieser Einschätzung kommt:

„Zudem will das Werk nicht sachlich fundiert aufklären. Es soll vor allem emotional berühren.“

Ist es doch gerade die sachlich fundierte Aufklärung, die dieses Buch zu einer absoluten Top-Empfehlung macht für jeden, der beruruflich mit Reichsbürgern zu tun hat.

Kommen wir nun zur Frage, wie Peter psychologisch zu beurteilen ist. Wenn er schreibt:

„Wir hatten und haben die Frechheit und den Mut, diese immer und immer wieder und unbeirrt weiter anzubieten, egal was da kam und kommen wird. “

dann muss ich unweigerlich an Bl. 57 des Handbuchs denken. Dort heißt es zur Unkorrigierbarkeit als definierendes Merkmal eines Wahns:

„Der Wahninhalt ist immung gegen jede Art der Falsifikation. Die Überzeugung ist auch durch wissenschaftliche Argumente oder erkennbare lücken zwischen der Wahnwahrnehmung und der geteilten lebensrealität der umstehenden Personen nicht zu erschüttern.“

Fitzek weiter:

„Deshalb bekämpft ein Teil der herrschenden Kaste uns auch so vehement.“

Um hier einen paranoiden Verfolgungswahn zu diagnostizieren, muss man nicht besonders psychologisch geschult sein. Wollen doch mal sehen, ob nicht auch der zweite typische Reichsbürger-Wahn, nämlich der megalomane Größenwahn, bei Peter zu finden ist:

„Und wer dabei von der Elite als eine der größten Bedrohungen empfunden wird, kann man auch leicht erkennen. Es ist das Königreich Deutschland. Es ist weder in Brandenburg noch in Sachsen tätig, muß hier aber unbedingt diffamierend und mit Bild erwähnt werden.“

Nun, dass Fitzek Erwähnung findet, liegt zum einen an der Tatsache, dass er sicherlich eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Szene ist. Und daran, dass er selbst immer wieder (mittels seines freundes Tilo S.) die Öffentlichkeit (hier: BILD) sucht. Daneben ist er Thema vieler Berichte und Reportagen von mdr, SpiegelTV und ZDF. Wie er auf den Trichter kommt, er werde „als eine der größten Bedrohungen empfunden“, bleibt angesichts der Tatsache, dass dem KRD nur eine halbe Seite (S. 30) von 224 Seiten gewidmet ist. Die „Exil-Regierung Deutsches Reich“ bekommt eine Seite (S. 31), der Freistaat Preußen sogar 2,5 Seiten (S. 34 – 35). Tja – hier trifft also Verfolgungs- auf Größenwahn…

Hat Peter aber auch inhaltlich was auszusetzen?

„Wir wollen hier den Text zum Königreich Deutschland wiedergeben. Er ist eingebunden in das Kapitel:

„IV. „Reichsbürger“ – Feinde einer offenen Gesellschaft“

Natürlich wird neben der Diffamierung und unwahren Aussage mit der obigen Behauptung, daß Wir ein hier propagierter derartiger „Reichsbürger“ seien, auch wieder orwellsches „Neusprech“ und zudem auch das Handelsrecht weiter verankert.

Eine Gemeinschaft von Menschen ist eben eine Gemeinschaft. Wir und das Königreich Deutschland sind keine Feinde einer offenen Gemeinschaft.

Eine Gesellschaft ist eine Vereinigung von Menschen unter handelsrechtlichen Gesichtspunkten.“

Ahja. Oder: Häh? Okay. Eine Gesellschaft KANN eine Vereinigung unter handelsrechtlichen Gesichtspunkten sein (Aktiengesellschaft, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Offene Handelsgesellschaft,…). KANN! Gesellschaft kann auch viele andere Bedeutungen haben. In Wikipedia findet sich extra eine Übersicht. Jedem einigermaßen verständigen Menschen dürfte klar sein, welche Definition von Gesellschaft hier gemeint ist. Aber Fitzek muss natürlich aufs Handelsrecht kommen…

„Im Königreich Deutschland ist niemand aufgefordert sich konformistisch unterzuordnen. Im Gegenteil. Der einzelne Mensch ist der Mittelpunkt des Seins.“

Ja klar. Deswegen wurden auch Kritiker so lange eingesperrt, bis diese drohten, die Polizei zu rufen.

Anschließend zitiert Peter einige Paragraphen seiner selbstgeschriebenen Verfassung, um zu beweisen, dass das KRD ein vorbildlicher Musterstaat ist. Leider übersieht er dabei, dass es die Handlungen sind, nach denen er und seine sieben Zwerge beurteilt werden. Zum Anderen ignoriert er, dass er selber immer wieder die Verfassung bricht.

Richtig lustig wird seine Aufstellung:

„In der BRD gibt es keine echte Freiheit sondern nur geheuchelte Absichtserklärungen und falsche Versprechungen. Ein paar Beispiele:

– Sind die Gemeinden etwa frei von Schulden und Bevormundung?

– Sind die Journalisten der Mainstreampresse frei in ihrer Berichterstattung?

– Können Polizisten frei in der Presse über die Mißstände und die Gewalt in Flüchtlingsunterkünften berichten?

Nein, können sie nicht und diese Liste könnte viele Seiten lang sein!“

Ja, es gibt Gemeinden ohne Schulden. („Besser stellen sich nur noch Ludwigsau (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) und Jossgrund (Main-Kinzig-Kreis). Beide Gemeinden sind seit Jahren schuldenfrei. „) Ja, Journalisten sind frei in der Berichterstattung. Ja, Polizisten können frei berichten (und tun dies aktuell auch). Und wie sieht es im KRD aus? Ist das KRD frei von Schulden? Nein, es ist sogar überschuldet, wenn an die BaFin-Zwangsgelder bedenkt. Gibt es freie Berichterstattung? Weit gefehlt. Es gibt nur Staatsmedien. Im Internetforum des KRD wurden Kritiker ausgeschlossen, kritische Beiträge im KRD-Blog werden nur selektiv freigeschaltet.

Aber Peter hat auch ehrliche Momente. Während das von ihm verschmähte Grundgesetz die Würde jedes Menschen für unantastbar erklärt, sagt Peter:

„Jeder Mensch im Königreich Deutschland kann ein freier Mensch sein. Ob er Würde besitzt, zeigen und bezeugen erst seine Taten. Nicht jeder Mensch legt menschenwürdiges Verhalten an den Tag. Um diese Aussage zu verstehen, müssen wir uns nur all die Barbareien auf dieser Erde ansehen.“

Was hat Peter sonst noch auszusetzen?

„Nicht eine „sektenartige Struktur“ hatte diese Verfassung niedergeschrieben, sondern Wir, Peter, gewähltes Staatsoberhaupt des Königreiches Deutschland, hatten diese Verfassung in effektiv zwei Tagen Arbeit niedergeschrieben.

Zudem ist das Königreich Deutschland nicht “ mittlerweile zerschlagen“ auch wenn man das vielfach versuchte, wobei die Wortwahl schon zeigt, daß sein Bestand gewaltsam unterdrückt werden sollte und Wir nicht unrecht handelten. Wir und auch das Königreich sind jedoch immer noch da und wachsen unaufhörlich weiter.

Auch die Verfassung besteht weiterhin. Hier in der Vergangenheitsform zu schreiben zeugt wieder einmal nur von Unkenntnis und/oder einem verlogenen Propagandafeldzug gegen das Königreich Deutschland. Schon oft wurde ein Abgesang auf das Königreich Deutschland gesungen. Alle diese Gesänge waren nur sirenenhafte Missklänge, die Unwissende und Schwache zu beeinflussen suchten um diese abzuhalten, mit dem Königreich Deutschland zu interagieren.“

Okay. Die Verfassung wurde also vom Sektenguru geschrieben. Wie dumm von den Autoren, anzunehmen, in dem ach so demokratischen Musterstaat KRD sei die Verfassung ein Produkt einer Arbeit von mehreren…

Und ja, es gibt noch König Peter ohne Land und seine 7 Zwerge. Das KRD ist aber nahezu mittellos und ohne relevante Außenwirkung. Was einer faktischen Zerschlagung doch sehr nahe kommt. Wieso kriminelle Strukturen nicht „zerschlagen“ werden können, verrät Peter nicht. Das „Wachstum“ dürfte sich auch nur in der Fantasie der Königspudel abspielen.

„Zudem ist das Königreich eher das Gegenteil einer Sekte.“

Na – wenn der Sektenguru das sagt… Die Beurteilung, ob das KRD eine Sekte ist, ist sicher einen eigenen Artikel wert. Aber die unbedingte Gefolgschaft einer kleinen Gruppe zu einem Führer, der sich als „Messias“ / Schilo / Sohn Gottes sieht dürfte für sich sprechen…

Peter könnte natürlich hunderte Seiten schreiben, wo das Buch überall falsch liegt – ist klar. Deswegen muss er sich auf solche formalen Kleinigkeiten stürzen wie die, dass es im Buch fälschlicherweise heißt, nur der dritte Stand dürfte wählen. Richtig ist: der zweite und dritte Stand dürfen wählen. Eine freie demokratische Gesellschaft äh. Gemeinschaft stelle ich mir anders vor.

Kommen wir nochmal zum Anfang meines Beitrages. Da habe ich Seite 43 des Handbuchs zitiert:

„Nicht selten werden dabei verquere Ideen der eigenen Vorstellung […] mit […] mehr oder weniger latent vorhandenen rechtspopulistischen, fremdenfeindlichen und antisemitischen Einstellungen verknüpft.“

Wie kann so eine „latent antisemitische Einstellung aussehen? So: (Hervorhebungen von mir):

„Das Ziel dieses Diffamierungswerkes kann nur sein, die Diktatur der Familien des Kapitals aufrecht zu erhalten und es den Vertretern des Gemeinwesens, also den Verwaltungsbediensteten, als etwas Nützliches zu verkaufen. Verkauft werden sollen und werden hiermit aber nur die Interessen des deutschen Volkes und die Interessen anderer Völker an die kriminelle Herrschaftselite. „

Und natürlich darf ein erfundenes Zitat nicht fehlen. Hier muss Napoleon herhalten. Ein Zitat, für dass sich außer dubiosen rechten Webseiten kein Beleg finden läßt.

Peter, der anderen vorwirft, perfide mit Halbwahrheiten zu arbeiten, arbeitet nicht anders. Wie allgemein bekannt sein dürfte, geht die Mehrheit der Staatsrechtler und die ständige Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts davon aus, dass die Bundesrepublik Deutschland identisch mit dem Deutschen Reich ist. Das Deutsche Reich existierte von 1871 an. Der Staat hieß immer „Deutsches Reich“. Um die drei wesentlichen Episoden voneinander abgrenzen zu können, spricht man allgemein vom Kaiserreich (1871 – 1918), der Weimarer Republik (1918 – 1933) und dem Dritten Reich (1933 – 1945). Peter stellt es aber etwas anders dar. Und er macht dies bewusst, um die Bundesrepublik Deutschland mit dem Naziregime geleichzusetzen:

„Sie werden sehen, auch den oben erwähnten Hitler und „sein“ „Drittes Reich“ werden wir an anderer Stelle nochmals näher betrachten müssen, wenn wir uns mit der BRD beschäftigen, denn die BRD führt das Dritte Reich fort. Das gibt sie auch selbst zu erkennen, selbst in diesem Propagandawerk „Reichsbürger“. Sie ist nicht Rechtsnachfolger, sie ist IDENTISCH mit dem Dritten Reich, wenn auch in ihrer räumlichen Ausdehnung nur teilidentisch, kann man im Handbuch nachlesen.“

Weiter führt er aus:

„In der BRD wird auch beständig nationalsozialistisches Recht angewendet. Dazu gehören zur Abschöpfung der Arbeitsleistung der Menschen (insgesamt über 80 %) viele sog. Steuerarten (wie z.B. die Einkommenssteuer, die Gewerbesteuer, die Körperschaftssteuer usw.), aber auch den Anwaltszwang und viele andere „Gesetze“, die durch die Alliierten bei der „Entnazifizierung“ eigentlich abgeschafft sein sollten. So zumindest hat es Tribunal General für alle Deutschen verbindlich festgelegt.“

Das soll den gelichen Zweck verfolgen. Ist aber Blödsinn. Denn unter Entnazifizierzung fallen nur die Gesetze, die der naziideologie entsprungen sind und mit einem demokratischen Staaten nicht in Einklang zu bringen sind. Es werden übrigens auch noch Gesetze aus der Kasierzeit angewendet. Nach Artikel 86 der Verfassung des KRD gelten für dieses übrigens nicht nur Nazi-Gesetze, auch Staatsverträge aus der Zeit des Dritten Reiches.

Peter  versucht sich auch an inhaltlicher Kritik. Und versagt.

„– Allen im Handbuch erwähnten Menschen werden negative (Charakter-) Eigenschaften unterstellt;“

Stimmt nicht.

„– Alle wissenden und einsatzfreudigen Menschen für ein besseres Gemeinwesen werden diffamiert;“

Ich fühle mich nicht diffamiert – stimmt also auch nicht!

„– Alle Argumente der „Reichsbürger“ werden als naive Unwissenheit oder gar als Wahn bezeichnet;“

Mitnichten! Es wird schon deutlich gemacht, dass nicht alle Reichsbürger den Schmarrn wirklich glauben. Und dass nicht allen wahnhafte Krankheiten unterstellt werden, habe ich ja weiter oben schon belegt.

„– Einige der wahren Aussagen der „Reichsbürger“ werden umgedeutet, andere unterdrückt;“

So eine Behauptung lässt sich leicht aufstellen und schwer falsifizieren, wenn man nicht sagt, welche Aussagen dies sein sollten…

„– Handelnde Erneuerer, Systemkritiker und ihre Netzwerke werden kriminalisiert oder sollen nicht ernst genommen werden können;“

Niemand wird kriminalsiert. Es wird sogar ausdrücklich betont, dass das Glauben an und das Verbreiten von Schwachsinn NICHT strafbar ist. Allerdings wird auf potentielle oder reale Straftaten hingewiesen. Dass man die Klientel ernst nimmt, beweist ja schon die Existenz des Handbuchs.

„– Jeder im Werk erwähnte „Reichsbürger“ wird lächerlich gemacht oder mit anderen Werkzeugen diffamiert;“

Das Lächerlichmachen schaffen Reichsbürger doch ganz gut ohne fremde Hilfe. Und diffamiert wird auch niemand, da es sich lediglich um Fakten handelt. Im Übrigen geht es in dem Buch nur am Rande um bestimmte Personen. Es wird eher versucht ein Bild des typischen Reichsbürgers zu entwerfen.

„Im Umkehrschluß wird propagiert:

– Die BRD ist legitim und handelt rechtmäßig;

– Die BRD steht für Freiheit oder eine „freiheitlich-demokratische Grundordnung“;

– Jeder der etwas anderes behauptet, leidet unter einem Wahn oder ist ein Versager oder Querulant.“

Die ersten beiden Punkten sind zutreffend – warum sollte diese Wahrheit nicht propagiert werden?

Der dritte Punkt ist nicht zutreffend. Hier schließt Peter vielleicht einfach von sich auf andere…

Aber Peter will seine obigen Thesen ja belegen. Und wie? So:

„Schon der „Reichsbürger“ auf dem Umschlag oder der ersten Seite des Pamphlets ist die erste unterschwellige Beeinflussung.“

Auf Seite 1 findet scih keine Abbildung. Auf dem Umschlag ist definitiv ein Gegendemonstrant einer Reichsbürgerkundgebung vor dem Reichstag zu sehen. Zu erkennen am Aluhut.

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„Da fast alle Deutschen mit dem „Reich“ das „Dritte Reich“ Adolf Hitlers verbinden, macht dieses Wort schon Angst oder schafft Ablehnung. Auch wenn niemand in Frankreich oder Österreich ein Problem mit dem „Reich“ hat, in Deutschland ist es schon ein offenes und auch unterschwellig wirkendes und immer noch sehr wirksames Diffamierungswerkzeug.“

Zunächst hoffe ich, dass die meisten Deutschen zwischen dem Deutschen Reich und dem Dritten Reich (als zeitlichem Teil desselben) unterscheiden können. Zum anderen stellt sich die Frage, wie man eine Bewegung, deren zentrale These die Existenz des Deutschen Reiches neben der Bundesrepublik und deren Mitglieder zum großen Teil betonen, sie seien Staatsangehörige eines Bundesstaates des Deutschen Reiches, nicht der Bundesrepublik, besser bezeichnen könnte, als „Reichsbürger“.

Auch am Namen des Herausgebenden Vereins hat Fitzek etwas auzusetzen:

„Dann wird der Begriff „Demos – Brandenburgisches Institut für Gemeinwesenberatung“ als Verfasser dieses „Handbuches“ postuliert. Hier bereits finden wir die nächsten Botschaften.

Demos – Der Demos war im alten Griechenland das „Staatsvolk“ mit Wahlberechtigung im griechischen Stadtstaat oder der Dorfgemeinde als kleinste Verwaltungseinheit im Staatsverband. […]

in Trägerschaft von „Demokratie und Integration Brandenburg e.V.“

wieder werden damit Begriffe verwendet, die genau das Gegenteil sind, von dem, was diese Gruppierung und ihre Hintermänner in Wahrheit tätigen. Es wird im ganzen Pamphlet in unverschämter Weise gelogen und weiter bewußt die freiheitlich-demokratische Grundordnung zerstört.

Demokratie bedeutet: „Dorfherrschaft“.“

Okay. Anderen orwelschen Neusprech unterstellen, aber mal eben aus „Volksherrschaft“ „Dorfherrschaft“ machen. Passt!

„Und, wie weit erneuerten bisher die Verwaltungsbediensteten ihre Gemeinde und schufen und schaffen neue und bessere Strukturen? Wie werden die Bediensteten wirklich geschult, um diese Aufgaben zu leisten?“

Es ist nicht Aufgabe von Verwaltungsbediensteten, neue Strukturen zu schaffen. Sie haben die bestehenden Strukturen zu verwalten. Neue Strukturen schafft die Legislative, nicht die Exekutive. Aber woher soll Peter das wissen, ist er doch in seinem Staat Legislative, Exekutive und Judikative in Personalunion.

„– Keine Stadt- oder Gemeindeverwaltung schuf bisher eine eigene Gesundheitskasse;

– Keine Verwaltung schuf bisher an diese Kasse angegliederte Gesundheitshäuser;“

Keine Stadt- oder Gemeindeverwaltung schuf bisher ein städtisches Bordell! Dafür gibt es kommunale Krankenhäuser.

„– Keine Verwaltung der Bundesrepublik schuf bisher eine eigene Rentenkasse;“

Warum auch? Es gab bereits im – Achtung! – Deutschen Reich geschaffene, die „Reichsversicherungsanstalt für Angestellte“ zum Beispiel. Diese wurde zur „Bundesversicherungsanstalt für Angestellte“ und firmiert heute als „Deutsche Rentenversicherung“.

„– Keine Verwaltung stellt Überschüsse aus diesen Einrichtungen in den gemeindlichen Haushalt zum Wohle ihrer Einwohner ein;“

Wenn kommunale Betriebe Überschüsse erwirtschaften, fließen diese in den kommunalen Haushalt – zum Wohle der Einwohner.

„– Keine Verwaltung der Bundesrepublik schuf bisher öffentliche Einrichtungen zur Abschaffung der Arbeitslosigkeit in der Kommune;“

Doch! Schonmal von der „Bundesagentur für Arbeit“ gehört?

„– keine Verwaltung der Bundesrepublik setzt sich für den Erhalt der „freiheitlich-demokratischen Grundordnung“ ein. Die Menschen in den Verwaltungen verstehen oft nicht einmal deren Sinn und Bedeutung!“

Doch. Nur weil du etwas nicht verstehst, Peterlein, heißt das nicht, dass andere es auch nicht verstehen…

„Wir haben nahezu das gesamte Werk gelesen und Wir könnten hier hunderte seitenweise aufzeigen, wie mithilfe dieses Propagandawerkzeuges „Handbuch“ über Reformwillige und Vorreiter einer neuen Gemeinschaft von Menschen als sog. „Reichsbürger“ diffamierend hergezogen wird und wie mithilfe psychologischer Techniken das Unterbewußtsein der Leser programmiert wird, nur um diese friedlichen Reformen im Dienste am Menschen und dem Gemeinwohl zu verhindern.“

Bevor man eine Gegendarstellung schreibt, sollte man das gesamte Werk lesen. Ich habe es mehrfach gelesen. Warum schreibt Peter denn nicht hunderte Seiten? Und warum kommt er nicht mal mit Gehaltvollem um die Ecke? ganz einfach: Weil er dem Werk nichts entgegenzusetzen hat!

„Daß die BRD nur ein Handlanger der amerikanischen Staatsterroristen ist, wird auch offenkundig, wenn man sich die letzte Seite durchliest. Sie offenbart auch, worum es wirklich geht und auch worum es nicht geht:

„Das Konfliktpotential der Szene betrifft teilweise unzureichend geregelte Grauzonen des Rechts. Um Fantasiedokumente, Ersatzwährungen, Bürgerwehren und „paper terrorism“ konsequent verfolgen bzw. unterbinden zu können, werden rechtliche Normen in Zukunft konkretisiert werden müssen. In den USA erwiesen sich indes Verfügungen, Haft- oder Geldstrafen nur teilweise als wirksame Instrumente. Das Denken von „Selbstverwaltern“ und „Reichsbürgern“ verfestigt sich zunehmend zu einer Ideologie und diese lässt sich mit Geldstrafen nicht wirksam bekämpfen. In den USA konnten allerdings lokal anerkannte Autoritäten (z.B. ein direkt gewählter Sheriff) eine Vermittlerrolle einnehmen. Dies wird sich mangels vergleichbarer Autoritäten in Deutschland nur bedingt umsetzen lassen. Ein solcher Ansatz zeigt aber, dass die Einbindung des lokalen Umfeldes von „Reichsbürgern“ und „Selbstverwaltern“ eine zentrale Bedeutung hat. Nur in einem gemeinsamen Wirken aus staatlicher Ahndung und zivilen Engagement wird der Rechtsstaat einer Erosion seiner Geltungskraft Einhalt gebieten.“

Woran man hier erkennen kann, dass die BRD Handlanger der USA ist, verrät Peter nicht. Wahrscheinlich ist es einfach nur ein typischer Reichsbürgerreflex, da in dem Absatz auf die USA bezug genommen wird. Dazu sollte man wissen, dass es sich um das Fazit des Artikels “ „Souveräne Bürger“ in den USA und deutsche „Reichsbürger“ – ein Vergleich hinsichtlich Ideologie und Gefahrenpotenzial“ handelt…

„– Hier geht es nicht um die Erneuerung der Gemeinden um der immer offenkundiger werdenden Probleme Herr zu werden. […]“

Überraschung! Es handelt sich ja auch um ein Handbuch zum Umgang mit Reichsbürgern, nicht zu einem Handbuch zur Erneuerung der Gemeinden…

Das Beste hebt Peter sich zum Schluss auf:

Es gibt aber auch ehrliche und rechtschaffende Menschen, Menschen wie „Ivo Sasek“ oder „Peter Fitzek“, Menschen, die allen anderen Menschen aufzeigen, wie eine friedliche und freiheitliche Gemeinschaft liebender Menschen auszusehen hat. Daß diese hier erwähnt sind, obwohl sie weder aus Brandenburg noch aus Sachsen sind, obwohl sie weder die Wiederherstellung des Deutschen Reiches oder anderer vergangener Herrschaftsinstrumente wünschen, zeigt ihre Gefährlichkeit für die bestehende Diktatur des Eliten des Kapitals und zeigt auch, worum es hier wirklich geht. Es geht darum, diese für das bestehende Establishment einzig gefährlichen Menschen zu diffamieren. Alle anderen sind auch nicht wirklich gefährlich, denn sie schaffen keine wirklichen funktionalen Alternativen.

Es ist Zeit aufzuwachen, sich differenziert zu informieren und damit nicht mehr auf derartige Machwerke intellektueller Prostituierter hereinzufallen und es ist Zeit zu handeln. Es muß endlich das Richtige getan werden und das kann nur darin bestehen, eine wahrhaftige und wirkliche freiheitlich-demokratische Grundordnung fernab der Interessen zerstörerischer Kräfte mithilfe einer umfassenden Erneuerung aller Systeme zu schaffen.“

Man möchte laut „AMEN!“ rufen! Peter, der sich zum Einstieg vehement gegen die Unterstellung wehrt, er sei Anführer einer Sekte, stellt sich zum Schluss auf eine Stufe mit Ivo Sasek. Klassisches Eigentor.

Fazit:

Peter beweist eindrucksvoll, dass die Charakterisierung einiger Reichsbürger als zwanghaft, paranoid und megaloman zumindestens auf ihn voll zutrifft. Und natürlich, dass es sich beim KRD um eine mindestens sektenähnliche Struktur handelt. Und damit macht er Werbung für dieses absolut empfehlenswetre Buch! Und das zu Recht!

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7 Antworten zu Peter Fitzek macht Werbung für „Reichsbürger – ein Handbuch“

  1. Noldor schreibt:

    Wie schafft man es ohne mentale Schäden die Schreibereien eines PIFs auseinanderzunehmen?
    Ich schaffe es nicht mal seinen Schwachfug zu lesen. (Gut, im Moment bin ich ein wenig reichsdeppenmüde.)
    Hut ab für die Arbeit!

  2. Pingback: Nachtrag zu Peter Fitzek und dem Reichsbürger-Handbuch | Eisenfraß: ironleafs und andere "Volksbetrüger"

  3. microstockguide schreibt:

    „Peter beweist eindrucksvoll, dass die Charakterisierung einiger Reichsbürger als zwanghaft, paranoid und megaloman zumindestens auf ihn voll zutrifft.“

    Sehr treffendes Fazit. 😀

    • Caspar Borner schreibt:

      Guten Tag zusammen,
      anlässlich der aktuellen Debatte um Reichsbürger schlage ich eine Verfassungsänderung vor.
      Ich bitte Artikel 16 GG
      (1) Die deutsche Staatsangehörigkeit darf nicht entzogen werden. Der Verlust der Staatsangehörigkeit darf nur auf Grund eines Gesetzes und gegen den Willen des Betroffenen nur dann eintreten, wenn der Betroffene dadurch nicht staatenlos wird.

      wie folgt zu ändern:
      Art. 16
      (1) Die deutsche Staatsangehörigkeit darf nicht entzogen werden. Der Verlust der Staatsangehörigkeit darf nur auf Grund eines Gesetzes und gegen den Willen des Betroffenen nur dann eintreten, wenn der Betroffene dadurch nicht staatenlos wird.
      (2) Ein Besitzer der deutschen Staatsangehörigkeit kann auf eigenen Wunsch seine Staatsangehörigkeit ablegen; auch dann, wenn der dadurch staatenlos wird.
      (3) Staatenlose genießen das Recht zum Aufenthalt innerhalb des Bundesgebietes. Die öffentlichen Gewalten weisen diesen Aufenthaltsorte zu.
      (4) Staatenlose innerhalb des Bundesgebietes können ihr Aufenthaltsrecht verwirken, wenn sie sich gegen die Bundesgesetze und die gesellschaftliche Ordnung stellen. Der Bund hat das Recht diese Menschen aus dem Bundesgebiet zu verweisen. Die Entscheidung obliegt einem Bundesgericht.

      Dies würde die leidige Debatte um den Umgang mit diesen dubiosen Reichsbürgern abkürzen und würde einigen dieser verwirrten Zeitgenossen den Dunst vom Hirn blasen, wenn sie sich im internationalen Bereich eines Flughafen wieder finden.

      Mit besten Grüßen
      Caspar Borner

      • Holperbald schreibt:

        Die Idee hat was. Der Berliner Flughafen wird ohnehin bis auf weiteres nicht gebraucht. Da können sie wohnen, das Rollfeld bestellen, und falls das mit dem Anbau nicht funktioniert, auf dem schwarzen Teer Lichtnahrung genießen… 😉

  4. Holperbald schreibt:

    Selbst wenn Napoleon das gesagt hätte, ist es eben die Ansicht Napoleons (gewesen). Ich guttenberge mal bei „Vorwärts in die Vergangenheit“ zu diesem (angeblichen) Zitat:

    Was er (Napoleon, Anm.) über die Deutschen gedacht haben mag, bleibt Spekulation. Aber gesagt hat er das nie. Er hatte nach seiner Abdankung 1814 und vor seiner Reise nach Elba nur wenig Gelegenheit für große Grundsatzreden. Erdacht hat sich diese Worte Josef Görres, ein erbitterter Gegner Napoleons und des französischen Kaiserreiches. 1814 gründete er in Koblenz den Rheinischen Merkur, ein antinapoleonisches Kampfblatt, in dem dann auch
    in Ausgabe 51 „Napoleons” berühmte Rede abgedruckt wurde. In einem späteren Separatdruck findet man dazu eine kleine Einleitung, die da lautet:

    Der rheinische Merkur legt dem Exkaiser Napoleon, ehe er nach der ihm zu seinem künftigen Aufenthalte angewiesenen Insel Elba absegelte, eine Proklamation an die Völker Europa’s in den Mund, die mit einer solchen Gedankenfülle und Kraft geschrieben ist, und so viel Wahres
    und Lehrreiches enthält, daß wir es in mehr als einer Hinsicht der Mühe werth finden, sie in einem besondern Abdrucke dem lesenden Publikum mitzutheilen.

    Dem damaligen lesenden Publikum war das sicherlich auch ohne besondere Erläuterung klar.
    Gedacht als eine Abrechnung mit dem Imperator aus Korsika sprüht diese Rede geradezu vor
    Ironie und Sarkasmus, aber was nutzt die beste Polemik, wenn sie gar nicht als solche erkannt
    wird

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